„Wirklich Eigenstrom“: Polarstern entwickelt herstellerunabhängiges Community-Modell

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Angesichts sinkender Margen und eines massiven Wettbewerbs setzen immer mehr Versorger auf innovative Konzepte und Energiedienstleistungen, um sich im Kampf um die Kunden von der Konkurrenz abzuheben. Ein Wettbewerb, der sich durch eine wachsende Zahl an „Prosumern“, die nicht mehr nur Nachfrager, sondern auch Produzenten von Strom sind, verschärft. Gerade die Prosumer mit ihrem Wunsch nach möglichst großer Energieautarkie bieten aber auch der Energiewirtschaft neue Chancen.

Kürzlich präsentierte E.ON sein Modell der „E.ON SolarCloud“ (EUWID 14/2017), bei der Kunden Überschussmengen, die die Kapazität des eigenen Solarspeichers übersteigen, auf ein virtuelles Konto gutschreiben können. In der dunklen Jahreszeit können sie dann Strom aus dem Guthaben bilanziell „zurückspeisen“ und erhalten dann zertifizierten Ökostrom. Der Kunde erhält ein Stromkontingent und zahlt eine monatliche Flatrate.

Polarstern: „Produkt trifft Flexibilitätsbedürfnis von Kunden und Installateuren“

Während das E.ON-Angebot zum Start an einen E.ON Aura Speicher gebunden ist, bietet der Ökostromversorger Polarstern nun in Zusammenarbeit mit dem Solar- und Speichergroßhändler Memodo ein herstellerunabhängiges Eigenstromangebot. Der Nutzer installiert PV-Anlage und Solarspeicher und bezieht für den Eigenbedarf, der nicht über PV-Anlage in Verbindung mit dem Speicher genutzt werden kann, Strom von Polarstern. Bei diesen Strommengen handelt es sich um Ökostrom, der mit dem Grüner Strom Label zertifiziert ist. Das „Wirklich Eigenstrom“ getaufte Produkt unterscheidet sich nach Angaben von Polarstern vor allem durch die Herstellerunabhängigkeit von bestehenden Produkten am Markt. „Das trifft nicht nur die Bedürfnisse der Kunden, sondern auch den Flexibilitätsanspruch der Installateure“, heißt es bei Polarstern.

Flatrate von 24,90 € im Monat beinhaltet 1.500 kWh Reststromkontingent

Kunden, die sich für „Wirklich Eigenstrom“ entscheiden, schließen zwei Verträge ab. Einen mit einem der im Memodo-Netzwerk aktiven rund 850 Solarteure über den Kauf und die Installation der gewählten Solaranlage und des Batteriespeichers. Und einen zweiten Vertrag mit Polarstern über die Stromversorgung und die Teilnahme an der „Wirklich Eigenstrom“-Community. Dem Kauf der Anlagentechnik geht eine Beratung voraus. Sie zielt darauf ab, die Anlagenkonfiguration auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse zuzuschneiden. Die Kosten der Teilnahme an der „Wirklich Eigenstrom“-Community liegen den Angaben zufolge bei monatlich 24,90 €. Darin enthalten sind die Kosten für ein Jahreskontingent über 1.500 kWh Reststrom aus dem Netz. Laut Polarstern liegt das Angebot damit im Schnitt 20 Prozent unter dem lokalen Grundversorgertarif. Werden die 1.500 kWh unterschritten, verfallen die ungenutzten Kilowattstunden. Liegt der Stromverbrauch über den 1.500 kWh, bezieht der Kunde für die Mehrmengen Ökostrom von Polarstern zu den Standardkonditionen in der Region. „Der Tarif liegt im Mittel zwei Prozent unter den Grundversorgertarifen.“

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