Windgas-Elektrolyseure könnten Verbraucher bei Stromkosten um viele Mio. € entlasten

572

Windgas-Elektrolyseure könnten die Stromkosten für Verbraucher um viele Millionen senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des unabhängigen Beratungsunternehmens Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy.

Dazu wurde der Vorschlag von Greenpeace Energy untersucht, bislang ungenutzten Strom aus Windkraftanlagen durch Elektrolyseure in Wasserstoff umzuwandeln und ins Gasnetz einzuspeisen. Verglichen wurde der Vorschlag mit dem Status quo, denn bisher werden Windkraftanlagen in Regionen mit schlecht ausgebauten Netzen an windreichen Tagen abgeregelt und die Betreiber dafür über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entschädigt. Konkret schlägt Greenpeace Energy vor, dass die Windgas-Elektrolyseure für den Bezug des überschüssigen Stroms einen Preis an die Netzbetreiber bezahlen.

Die Netzbetreiber erzielen so zusätzliche Einnahmen und sparen gleichzeitig Entschädigungszahlungen an die Windparkbetreiber. Dadurch sinken nach Vorstellungen von Greenpeace wiederum die Netzentgelte, die deutsche Verbraucher mit ihrer Stromrechnung bezahlen. Energy Brainpool hatte in seiner Analyse drei Netzgebiete untersucht, in denen fast 60 Prozent der deutschen Stromüberschüsse anfallen, wie viel Strom dort im Jahr 2015 nicht genutzt werden konnte und welche Kosten dadurch anfielen. Zum Vergleich berechnete das Berliner Analyseinstitut Einsparungen durch den Einsatz von Windgas-Elektrolyseuren. Schon bei einem relativ geringen Zubau von Elektrolyseuren mit insgesamt 100 Megawatt (MW) Leistung hätten in den drei untersuchten Gebieten 13 Prozent der Stromüberschüsse genutzt und Verbraucher um gut zehn Mio. € entlastet werden können.

Beim maximalen Elektrolyseur-Ausbau mit 2.000 MW Leistung wären sogar 96 Prozent der Überschüsse genutzt und 64 Mio. € eingespart worden. „Unser Konzept hat klare Vorteile gegenüber der heutigen Regelung“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation von Greenpeace Energy: „Es entlastet nicht nur die Verbraucher, es senkt auch die deutschen CO2-Emissionen, weil der erneuerbare Wasserstoff oder damit erzeugtes Methan fossiles Erdgas ersetzen. Auch die Akzeptanz für die Energiewende steigt, wenn Strom aus Windkraftanlagen genutzt wird, anstatt abgeregelt und dennoch bezahlt zu werden.“ Die Einsparungen dürften in den kommenden Jahren noch anwachsen. Denn Windkraftanlagen vor allem im Norden werden von den Netzbetreibern bei starkem Wind immer häufiger abgeschaltet, weil schlecht ausgebaute Netze und der um Jahre verzögerte Bau großer Stromtrassen verhindern, dass die erneuerbare Energie in die Verbrauchszentren im Süden abtransportiert werden kann. Das neue Konzept von Greenpeace Energy und Energy Brainpool könnte im Rahmen der Zuschaltbare-Lasten-Verordnung des EEG 2017 rasch praktisch erprobt werden.

Die Verordnung ermöglicht Pilotprojekte mit Nutzen für die Energiewende. „Ein dadurch erleichterter Elektrolyseur-Einsatz würde den überfälligen wirtschaftlichen Schub für den Ausbau des Langzeitspeichers Windgas geben, der in einem vollständig erneuerbaren Stromsystem für die Versorgungssicherheit unverzichtbar ist“, ergänzt Marcel Keiffenheim. „Auch die Sektorkopplung erhielte positive Impulse, denn erneuerbarer Wasserstoff und Methan lassen sich in vielen Wirtschaftssektoren wie im Verkehr und in der Chemieindustrie nutzen, die ihre CO2-Emissionen bislang kaum gesenkt haben.“ Das vollständige „Impulspapier: Experimentierklausel Power-to-Gas“ von Greenpeace Energy und Energy Brainpool steht hier zur Verfügung.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein