Der europäische Dachverband der Windenergieindustrie, WindEurope, hat heute seinen neuen Report „Wind energy and economic recovery in Europe“ veröffentlicht. Demnach trägt die Windenergie jedes Jahr 37 Mrd. € zum BIP der EU bei und schafft europaweit 300.000 Arbeitsplätze.

Der Ausblick auf das Jahr 2030 ist positiv – vorausgesetzt die Regierungen setzen die Nationalen Energie- und Klimapläne (NECP) vollständig um: Dann könnte sich die Windenergiekapazität mehr als verdoppeln, der Anteil der Windenergie am Stromverbrauch in Europa von derzeit 15 auf 30 Prozent ansteigen, die Anzahl der Arbeitsplätze um 50 Prozent auf 450.000 zulegen und der Beitrag zum europäischen BIP auf 50 Mrd. € ansteigen.

Doch ohne weitere Anstrengungen werden diese Ziele nicht erreicht werden können, heißt es in dem Bericht. Aktuell geben die NECPs nicht ausreichend Aufschluss darüber, wann und wie die Regierungen der Länder neu Windparks versteigern wollen. Darüber hinaus versäumen sie es, die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Werden hier keine adäquaten Lösungen präsentiert, wird Europa die benötigen Windenergiekapazitäten nicht steigern können und sogar bis zu 20.000 Arbeitsplätze verlieren.

Windenergie kann bedeutende Rolle bei grüner wirtschaftlicher Erholung spielen

Giles Dickson, CEO von WindEurope, erklärte zur Veröffentlichung des neuen Reports: „Investitionen in die Windenergie werden Europa helfen, seine Wirtschaft neu auszurichten. Jede neue Turbine erzeugt 10 Mio. € an wirtschaftlicher Aktivität. Es gibt eine Pipeline neuer Projekte, die auf ihren Start warten. Und der Ausbau der Windenergie, der in den Nationalen Energie- und Klimaplänen vorgesehen ist, wird 150.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Vorausgesetzt, die Regierungen setzen ihre Pläne ordnungsgemäß um. Wenn sie dies nicht tun und wenn sie die Genehmigungsverfahren für neue Windparks nicht vereinfachen, werden wir Arbeitsplätze verlieren.“

WindEurope verweist in seinem Bericht darauf, wie widerstandsfähig sich die Windenergie in der Covid-19-Krise erwiesen hat. Sie könne daher eine bedeutende Rolle bei einer grünen Wirtschaftserholung spielen.

Die Keyfacts auf einen Blick

1Arbeitsplätze

Der Windenergiebereich stellte im Jahr 2019 300.000 Arbeitsplätze in der EU. Davon entfielen 75 Prozent auf die Onshore- und 25 Prozent auf die Offshore-Windenergie.

2Umsätze

Die europäische Windindustrie hat einen Jahresumsatz von 60 Mrd. €. Davon verbleiben 65 Prozent an heimischer Wertschöpfung in Europa.

 

 

 

 

3BIP-Beitrag

Die Windindustrie erwirtschaftet heute für jedes neu installierte GW an Onshore-Windenergie einen Mehrwert von 2,5 Mrd. € für die EU-Wirtschaft und 2,1 Mrd. € für jedes neu installierte GW an Offshore-Windenergie.

4Steuern

Die Windenergieindustrie zahlt 5 Mrd. € an Steuern an die EU-Wirtschaft, darunter 1 Mrd. € an lokalen Steuern und andere Zahlungen, die den Gemeinden zugute kommen.

Windparks zahlen im Durchschnitt 2,3 €/MWh an lokalen Steuern.

5Weltmarktanteil

Europäische Windturbinenhersteller haben einen Anteil von 42 Prozent am Weltmarkt. Von den 10 größten Windturbinenherstellern der Welt haben 5 ihren Sitz in der EU.

 

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