WindEnergy Hamburg: Anteil der Offshore-Windstromproduktion verdoppelt sich auf 14,1 Prozent

1081
Der Anteil der Offshore-Windenergie an der gesamten Windstromproduktion in Deutschland hat sich im laufenden Jahr gegenüber 2015 fast verdoppelt. Wie eine Auswertung von Angaben der Übertragungsnetzbetreiber zeigt, wurden 2016 bis zum 26. September als letztem Tag, für den aktuell die Daten der Netzbetreiber vorliegen, 7,75 Terawattstunden (TWh) Offshore-Windstrom erzeugt. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 4,19 TWh. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 2016 von den deutschen Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen 55,02 TWh Strom erzeugt, im Vorjahr waren es 54,72 TWh. Damit ist der Offshore-Anteil im Vergleich der beiden Jahre von 7,6 Prozent auf 14,1 Prozent gestiegen.

Die Windkraftbranche trifft sich gegenwärtig in Hamburg bei der Leitmesse WindEnergy. Mehr als 1.400 Aussteller präsentieren auf rund 65.000 m² – das entspricht etwa zehn Fußballfeldern – ihre Produkte und Dienstleistungen rund um die Windkraft. Die Branche ist in den vergangenen Jahren gewachsen, der Onshore-Zubau belief sich nach Erhebungen der Deutschen WindGuard im Auftrag des Bundesverbands Windenergie (BWE) auf 3.539 MW netto, also bereits abzüglich der im Zuge von Repowering deinstallierten Leistung alter Windtürme (EUWID 5/2016). Im Offshore Bereich wurde eine Leistung von 2.282 MW ans Netz gebracht. Hier waren es nicht zuletzt Nachholeffekte als Ergebnis lange verzögerter Netzanbindungen, die zum Leistungswachstum beitrugen (EUWID 3/2016). In Deutschland geht die Windkraftbranche nun aber einer ungewissen Zukunft entgegen. Der in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2017 verankerte Systemwechsel von gesicherten Einspeisetarifen in Form einer Marktprämie hin zu Ausschreibungen verändert die Landschaft am Windmarkt. Im Onshore-Segment blicken gerade die Energiegenossenschaften und kleineren Akteure mit Sorge auf die Risiken, die mit dem Umstieg auf Ausschreibungen einhergehen. Zwar hat der Gesetzgeber manche Erleichterungen für Bürgerenergieprojekte in das EEG 2017 hineingeschrieben – etwa den Verzicht auf eine Genehmigung nach BImSchG als Vorbedingung zur Teilnahme an den Ausschreibungen – dennoch bleibt das Risiko groß, dass man bei der Ausschreibung leer ausgeht. Aus der Branche haben sich erste Unternehmen auf den Weg gemacht, die Bürgerenergie mit entsprechenden Absicherungsprodukten zu unterstützen. So haben Greenpeace Energy und jüngst auch Windwärts bekundet, dass sie Bürgerenergiegesellschaften Services anbieten wollen, um die Nichtrealisierungsrisiken zu minimieren. Die Verunsicherung bleibt dennoch spürbar. Das Potenzial, die finanziellen Ressourcen auch von kleinen Akteuren bis hin zu Einzelpersonen für den Ausbau der Windkraft zu mobilisieren, könnte dadurch durchaus leiden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Bürger gerade in den Bereichen Wind und Solar bereit sind, sich finanziell an der Energiewende zu beteiligen. Am leichtesten fällt ihnen dies aber, wenn es einen lokalen Bezug gibt, wie er etwa über Stadtwerke oder Bürgerenergiegesellschaften gewährleistet werden kann.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein