Die Bundesnetzagentur hat jetzt die erfolgreichen Gebote der technologiespezifischen Ausschreibungen für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. Mai 2021 bekanntgegeben. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 1.243 MW wurden demnach 137 Gebote mit einem Volumen von 1.161 MW eingereicht. Die Ausschreibung für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. Mai 2021 war damit geringfügig unterzeichnet. 127 Gebote mit einem Umfang von 1.110 MW konnten bezuschlagt werden.

Regional betrachtet ging das größte Zuschlags-Volumen an Gebote für Standorte in Schleswig-Holstein (37 Zuschläge, 295 MW), Niedersachsen (23 Zuschläge, 263 MW), Brandenburg (14 Zuschläge, 123 MW) und Nordrhein-Westfalen (19 Zuschläge, 122 MW).

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5,68 ct/kWh bis 6,00 ct/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 5,91 ct/kWh und damit unter dem der Vorrunde von 6,00 ct/kWh. Zehn Gebote wurden aufgrund von Formfehlern vom Verfahren ausgeschlossen.

In der Ausschreibungsrunde hat die Bundesnetzagentur erstmals das Ausschreibungsvolumen von 1.500 MW nach den gesetzlichen Vorgaben reduziert, da eine Unterzeichnung drohte, heißt es von Seiten der Netzbehörde. Die Leistung der seit dem letzten Gebotstermin im Februar genehmigten Anlagen wurde dabei zusammengerechnet mit der Gebotsmenge, die in der Ausschreibung zum 1. Februar nicht zugelassen werden konnte. Aus der Summe ergibt sich das reduzierte Ausschreibungsvolumen für den Gebotstermin am 1. Mai 2021. „Das Absinken des mengengewichteten durchschnittlichen Zuschlagswertes in dieser Runde deutet darauf hin, dass die Reduzierung des Ausschreibungsvolumens trotz leichter Unterzeichnung ihre Wirkung entfaltet.“

Der Bundesverband Windenergie freut sich darüber, dass erstmals seit 2017 wieder mehr als 1.000 MW bezuschlagt wurden. „Das ist ein wichtiges Signal“, meint BWE-Präsident Hermann Albers. Es werde aber eine stärkere Flankierung aus den Ländern „und endlich auch durch den Bund“ benötigt, um die Ausschreibungsvolumina sicher zu füllen. Dabei gehe der Blick nicht nur auf die nächste Ausschreibung am 1. September, sondern bereits in das kommende Jahr. „Dann werden zusätzliche Mengen ausgeschrieben, die dringend befüllt werden müssen, um die Klima- und Energiewendeziele zu erreichen“, so Albers weiter. Der Verband hatte die späte Bekanntgabe der Zuschläge kritisiert. Die Bundesnetzagentur müsse personell so ausgestattet werden, dass die wieder zunehmenden Volumina schnell bearbeitet werden können.

Von den 240 bezuschlagten Windenergieanlagen seien 43 Anlagen schon im Februar 2018 bezuschlagt waren, berichtet der BWE. Hier gelang die Umsetzung jedoch nicht und die Zuschläge verfielen am 1. März 2021, so dass die Anlagen im Mai wieder bieten durften. „Dies macht gleichzeitig deutlich, dass rund 150 MW neue Genehmigungen noch nicht an der Ausschreibung teilgenommen hatten. Diese gilt es nun zum 1. September anzubieten.

Problematisch sei weiter die Situation im verbrauchsstarken Südwesten. Nur fünf Zuschläge in Bayern und Baden-Württemberg seien „ein schrilles Warnsignal an die dortigen Landesregierungen“. Wenn nicht zügig Flächen bereitgestellt und Genehmigungen erreicht werden, drohe ein „bitteres Erwachen in der Ökostromlücke“, sagt Albers. (Beitragsbild: EUWID)

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