Windenergie: Internationale Ausrichtung Erfolgsbaustein für Nordex, Siemens Gamesa & Co.

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Auch der türkische Windenergie-Markt bietet für die WEA-Hersteller wachsende Chancen (Bildquelle: Nordex)

Der Windenergieanlagenhersteller Nordex hat Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht, die sich durchaus sehen lassen können: Mit einem Auftragseingang von knapp 1,1 GW (Vorjahr: 566 MW) schließt die Gruppe an die Entwicklungen des ersten Quartals an. Zum Ende des ersten Halbjahres 2018 kommt Nordex damit im Projektgeschäft (ohne Service) auf einen Auftragseingang von insgesamt rund 2,1 Gigawatt (H1/2017: 933 MW).

Schwung in den Auftragseingang brachte nach Angaben des Konzerns vor allem die Nachfrage aus Brasilien. Hier erzielte die Gruppe den größten Einzelauftrag ihrer Geschichte mit 595 MW. Für Enel Green Power wird Nordex im Bundesstaat Piaui den Windpark „Lagoa dos Ventos“ errichten. Bei dem Projekt kommen 191 Turbinen der Baureihe AW125 zum Einsatz. Baubeginn ist für Oktober 2019 geplant.  

Nordex: Brasilianischer Markt liegt mit 718 MW an der Spitze

Zusammen mit einer weiteren Bestellung über 123 MW lag Brasilien mit 718 MW an der Spitze der Einzelmärkte. Zudem erhielt der Konzern im zweiten Quartal einen Auftrag über 147 MW aus Südafrika. Die globale Aufstellung zahlt sich aus, so Nordex.

Einen weiteren Beleg für die Vorteile eines internationalen Engagements liefert Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE). Der Konzern zog kürzlich ebenfalls einen Mega-Deal in Brasilien an Land. Siemens Gamesa wurde mit der Lieferung von 136 Windenergieanlagen (WEA) vom Typ SG 3.4-132 mit insgesamt 471 MW Leistung beauftragt. Damit avanciert der Konzern laut eigener Angaben zum zweitgrößten Windenergieanlagenhersteller im Land mit einem Marktanteil von 24 Prozent.

Internationaler Windmarkt: Geschäftschancen auch in der Türkei

Doch nicht nur in Brasilien stehen lukrative Windprojekte in der Pipeline – und Geschäftschancen bieten sich auch nicht nur Großkonzernen. Wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) berichtet, will die Türkei den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben und plant den Bau seines ersten Offshore-Windparks. Dazu hat das türkische Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen eine Ausschreibung für einen Offshore-Windpark mit einer Gesamtleistung von 1.200 MW veröffentlicht.

Bieter können sich den Angaben zufolge bis zum 23. Oktober auf die Ausschreibung dieses Mega-Projektes bewerben. Es bestehe die Option, ein Konsortium zu bilden, um sich gemeinsam zu bewerben. Die Ausschreibung ist als umgekehrte Auktion angelegt. Das Maximalgebot liegt bei 8 US-Cent/kWh. Gegenstand des Zuschlags ist ein Stromabnahmevertrag über 50 Mrd. kWh, der ab der ersten Inbetriebnahme des Windparks gilt.

Türkei setzt hohen Local Content als Ausschreibungsvoraussetzung an

Voraussetzung zur Teilnahme an der Ausschreibung ist jedoch ein hoher „Local Content Anteil“: 60 Prozent der benötigten Zulieferkomponenten und 80 Prozent der Dienstleistungen sollen von türkischen Unternehmen stammen, heißt es. Die Auktion erfolgt im Rahmen des türkischen Erneuerbare-Energien-Konzepts Yeka.

Am deutschen Markt ist die Luft für Nordex & Co. in den kommenden beiden Jahren dünn. Lesen Sie zu den Hintergründen:

Zwischenfazit nach eineinhalb Jahren EEG 2017: Ausschreibungen nur teilweise ein Erfolg

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