Windbranche will Netzausbau und Energiewende mit Hilfe von Einspeisenetzen vorantreiben

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Die Windkraftbranche will einen Teil des weiterhin stockenden Netzausbaus in Deutschland in die eigene Hand nehmen und den erneuerbaren Energien so zusätzlichen Schub verleihen. So genannte Einspeisenetze könnten die Stromerzeugung einzelner Anlagen oder Windparks bündeln und Schnittstellen zu überregionalen Übertragungsnetzen bilden, erklärte der Präsident des Branchenverbandes BWE, Hermann Albers, am Rande der Hannover Messe. So lasse sich auch die zu geringe Kapazität bestehender Verteilernetze relativ rasch ergänzen.

Den auf einer Studie von Ecofys beruhenden konzeptionellen Vorschlägen der Windbranche zur Lösung der akuten Probleme beim Netzausbau ist der Titelbericht der Ausgabe 18/2012 von EUWID Neue Energien gewidmet. Insgesamt umfasst die am 3. Mai erschienene Publikation 98 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 32 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der Ausgabe (zur kompakten Themenübersicht der aktuellen Ausgabe gelangen Sie hier):

Übergreifende Themen

Die Bundesregierung will die vielfach kritisierte Steuerung der Energiewende verbessern. Das Bundesumweltministerium gründete eine „Plattform Erneuerbare Energien“, deren zentrale Aufgabe die Koordination aller relevanten Akteure der Energiewende sein soll. Kurz zuvor hatten BMU und Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam die Gründung eines „Staatssekretärs-Steuerungskreises“ bekannt gegeben, der weitere Schritte der Bundesregierung zur Umsetzung der Energiewende abstimmen soll.

Nach Erhebungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) will die deutsche Energiebranche nach heutigem Stand in den Bau und die Modernisierung von 84 Kraftwerken mit einer Leistung von mehr als 20 MW investieren. Wie der auf der Hannover Messe vorgestellten BDEW-Kraftwerksliste zu entnehmen ist, befinden sich unter den Projekten unter anderem 23 Offshore-Windkraftprojekte und 10 Pumpspeicherkraftwerke. Im Bereich der 29 geplanten Gaskraftwerke liege die Genehmigung teilweise vor, konkrete Investitionsentscheidungen ständen aber offenbar aus, da die Wirtschaftlichkeit der entsprechenden Vorhaben nicht gesichert sei.


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Auch im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung wird es nach Einschätzung von Experten immer schwieriger, die Wirtschaftlichkeit entsprechender Projekte darzustellen. Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil der KWK an der Stromerzeugung bis 2020 auf 25 Prozent zu steigern, könne unter den bisherigen Rahmenbedingungen nicht erreicht werden, sagte Felix Matthes vom Öko-Institut in einer öffentlichen Anhörung des Wirtschaftsausschusses im Bundestag zur Novelle des KWK-Gesetzes. „Selbst ein Anteil von 20 Prozent erscheint ohne weitere Flankierungen nur unter sehr optimistischen Annahmen als erreichbar.“

Weitere übergreifend relevante Berichte in EUWID Neue Energien 18/2012 befassen sich unter anderem mit den von den Grünen geforderten Änderungen beim Marktprämienmodell, einem erfolgreichen Test von Amprion und TransnetBW zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertagung und der Bedeutung der erneuerbaren Energien für die Stadtwerke. Aktuelle Projekte und Perspektiven bei Mainova, Bosch und Siemens ergänzen die übergreifende Berichterstattung.

Bioenergie

Der Zubau von Biogasanlagen hat im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreicht. Aus aktuellen Erhebungen des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) geht hervor, dass 2011 insgesamt 1.300 Biogasanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 550 MWel zusätzlich in Betrieb gegangen sind. Damit stieg die Anlagenzahl Ende 2011 auf rund 7.200 Anlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von ca. 2.850 MW.

Derweil häufen sich in jüngster Zeit Biogas-Pannen mit anschließendem Fischsterben. In zwei Biogasanlagen in Ostbayern sowie einer Biogasanlage in Niedersachsen kam es zu einem Austritt von Gärsubstraten, die zu einem Fischsterben in angrenzenden Flüssen geführt haben. So waren in der Pilsach bei Neumarkt große Mengen Fische verendet, nachdem nachts aus einer Biogasanlage tonnenweise ein gülleartiges Substrat ausgelaufen war. Hier hat die Staatsanwaltschaft inzwischen die Ermittlungen aufgenommen.

In Österreich ist die Produktion von Biodiesel im vergangenen Jahr zurück gegangen, während die Produktion von Bioethanol zugenommen hat. Zehn Biodieselhersteller produzierten laut aktuellen Zahlen der Arge Biokraft im Jahr 2010 rund 337.000 Tonnen Biodiesel, im Folgejahr waren es nur noch 310.000 Tonnen. Währenddessen stieg die Bioethanolproduktion von rund 157.000 Tonnen auf rund 171.000 Tonnen Bioethanol.

Die Unternehmensberichterstattung im Bioenergie-Bereich befasst sich in Ausgabe 18/2012 von EUWID Neue Energien unter anderem mit Envitec, Juwi, Arcanum Energy und Xergi. Die Marktberichterstattung umfasst die EUWID-Berichte zum Holzpellet- und zum Sägerestholzmarkt sowie die Großhandelspreise für Getreide/Ölsaaten und die Wochenpreise für Biodiesel.

Solarenergie

Die Hoffnungen der Solarbranche auf Korrekturen bei der Ende März verabschiedeten Anpassung der Solarförderung haben neue Nahrung erhalten. Der federführende Umweltausschuss der Länderkammer empfahl in der vergangenen Woche mehrheitlich, in Verhandlung mit dem Bund zu treten, um Nachbesserungen am EEG zu erzielen, berichtet der Solar-Branchenverband BSW-Solar. Am 11. Mai 2012 entscheidet sich im Bundesrat, ob tatsächlich ein Vermittlungsverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat in dieser Frage eingeleitet wird.

Unterdessen hat die Bundesnetzagentur die vorläufigen Daten zum Solarzubau in den ersten beiden Monaten des Jahres bekannt gegeben. Demnach sind im Januar und Februar des laufenden Jahres 650 MW an neuer Photovoltaikleistung bei der Bundesnetzagentur gemeldet worden. Nach 450 MW im Januar folgten im Februar Meldungen über weitere 200 MW. In der EU waren Ende 2011 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 51.357,4 MWp am Netz. Das ist das Ergebnis des jüngsten „Photovoltaik Barometer“, das das von der EU-Kommission unterstützte Projekt Eurobserver veröffentlicht hat. Der Zubau belief sich dabei allein auf 21.528,9 MWp. Damit ist die installierte PV-Leistung in der EU nach Berechnungen von Eurobserver binnen eines Jahres um 72 Prozent gestiegen.

Die Unternehmensberichterstattung im Solarbereich befasst sich in Ausgabe 18/2012 von EUWID Neue Energien unter anderem mit LDK Solar, Sunways, Colexon Energy und solarhybrid. Darüber hinaus finden sich die aktuellen Daten zur Solarstromeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen in der aktuellen Ausgabe.

Windenergie

Unternehmen der deutschen Windkraftbranche könnte nach Einschätzung eines Experten ein ähnliches Schicksal drohen wie der Solarbranche, in der nach Solar Millennium und Solon zuletzt auch das frühere Flaggschiff Q-Cells Insolvenz anmelden musste. Der Grund liege auch beim Windsegment in einer erdrückenden Konkurrenz aus China, so die Einschätzung von Manfred Bayerlein, Chef de
s TÜV Rheinland. „In China wächst eine Windkraftindustrie heran. In der Technologie liegt sie einige Jahre zurück, aber die Produkte sind jetzt schon wirtschaftlich“, sagte Bayerlein der „Financial Times Deutschland“.

Andere Gründe als die Konkurrenz aus China haben die aktuellen Probleme des Technologiekonzerns Siemens im Offshore-Bereich. „Es gab klare Fehler bei uns im Hause“, sagte Siemens-Vorstandschef Peter Löscher. „Komplett unterschätzt haben wir die Komplexität dieser Projekte.“ Die Anlagen seien viel größer, viel weiter von der Küste entfernt und technisch viel aufwendiger als zum Beispiel die Windparks vor Großbritannien. Die aktuellen Schwierigkeiten und Projektkorrekturen seien schmerzlich, für Pionierprojekte aber auch typisch.

Auf das Onshore-Geschäft konzentriert sich die neue SWM-Bayernwind. Das Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke München und des Windkraftunternehmens wpd will in Bayern eine Vielzahl von Projekten realisieren. In München selbst seien die Potenziale für die Windkraft beschränkt, dafür gebe es großes Interesse bei anderen bayerischen Kreisen, Städten und Gemeinden. „Die anderen Kommunen rennen uns förmlich die Türen ein“, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Es gebe bereits Gespräche mit 40 Gemeinden.

Weitere Nachrichten zur Windbranche befassen sich E.ON, REpower Systems, Epuron, Trianel und EnBW. Ferner finden sich die neuesten Daten zur Windenergieeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen in der aktuellen Ausgabe 18/2012 von EUWID Neue Energien.

Geothermie und Wasserkraft

Vertreter deutscher Verbände aus der oberflächennahen Geothermie haben im Rahmen des europäischen Geotrainet-Projektes ein „National Training Board“ gebildet. Durch die Implementierung europaweiter Standards soll ein nachhaltiges Wachstum des europäischen Marktes für oberflächennahe Geothermieanlagen zum Heizen und Kühlen erreicht werden, berichtet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP), bei dem das nationale Gremium angesiedelt wird.

Am Nordrand der Schwäbischen Alb könnten fünf neue Pumpspeicherkraftwerke entstehen. Die Pläne stoßen auf offene Ohren, denn die Kommunen hoffen auf satte Einnahmen. „Wir haben die Standorte nicht aus dem Hut gezaubert“, sagte Planer Joachim Zacher vom Regionalverband Neckar-Alb. Von anfänglich 39 Standorten seien fünf übrig geblieben, bei denen die Eingriffe in die Natur vertretbar scheinen.


Die Kurzcharakteristik der vergangenen fünf Ausgaben können Sie hier einsehen:

EUWID Neue Energien – Energiewende kompakt

Das Informationskonzept von EUWID Neue Energien ist darauf abgestimmt, Leser mit knappem Zeitbudget schnell und trotzdem umfassend über die Entwicklungen in Märkten und Politik zu informieren. Die Redaktion sichtet hierzu täglich mehrere hundert Informationsquellen und spricht mit den Experten der Branche. Aus der Vielzahl der Quellen selektiert das Redaktionsteam die zentralen Fakten, recherchiert die Hintergründe und bündelt die Informationen in kompakter Nachrichtenform. Thematische Schwerpunkte von EUWID Neue Energien sind die Erzeugung von erneuerbaren Energien und die intelligente Nutzung von Energie. Neben Wirtschafts- und Politikmeldungen stehen dabei Markt- und Preisinformationen im Fokus. EUWID Neue Energien bietet unter anderem Preise für NawaRo-Holz, Pellets, Altholz, Sägerestholz, Biodiesel, Getreide und Ölsaaten, Solarmodule und Ökostrom. Auch die PV-Zubauzahlen der Bundesnetzagentur sowie Einspeisewerte für Solar- und Windstrom werden regelmäßig ausgewertet. Den EUWID-Wochenbericht zur Energiewende finden Sie auch bei openpr: http://www.openpr.de/news/629498.html

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