Wie wird die EEG-Umlage berechnet?

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Welche Einflussfaktoren bestimmen die Höhe des EEG-Umlagesatzes? Der Festlegung des Umlagesatzes gehen umfangreiche Berechnungen voraus.
Bilduelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Die Höhe der EEG-Umlage wird von den Übertragungsnetzbetreibern ermittelt, die dafür Forschungs- und Beratungsinstitute beauftragen. Es gibt eine Reihe von Einflussfaktoren auf die Höhe der EEG-Umlage:

  • Erwartete Höhe der Einnahmen aus dem Verkauf von EEG-Strom: Der EEG-Strom wird entweder fest vergütet oder direkt vermarktet. Gegenwärtig wird damit nahezu der gesamte EEG-Strom an den Strombörsen verkauft – entweder von den Übertragungsnetzbetreibern oder von den Direktvermarktern. In beiden Fällen muss die EEG-Förderung die Differenz zwischen dem Strompreis und dem individuellen Förderanspruch ausgleichen. Sinkt der Strompreis an den Börsen, steigt der auszugleichende Betrag.
  • Prognose zum umlagepflichtigen Letztverbrauch: Je höher der Stromverbrauch in Deutschland, desto höher das Aufkommen der EEG-Umlagezahlungen und desto niedriger – unter sonst gleichen Bedingungen – die EEG-Umlage. Das gilt im Grundsatz. Durch die Ausnahmen (s.o.) sinkt der Letztverbrauch, der die EEG-Umlage zahlt. Das heißt, dass der Umlagesatz umso höher sein muss, je mehr Ausnahmen es von der Zahlungspflicht gibt. Vor diesem Hintegrund haben die Ausnahmen für große Industrieunternehmen vielfältige Diskussionen um die Verteilungsgerechtigkeit hervorgerufen. Für das Jahr 2016 wurde von den Übertragungsnetzbetreibern ein Letztverbraucherabsatz in Höhe von 460 TWh erwartet. Die EEG-Umlage zahlten davon in voller Höhe umgerechnet lediglich 360 TWh
  • Prognose des Zubaus an EEG-Anlagen: Ein starker Zubau von EEG-Anlagen führt in der Summe zu höheren Förderansprüchen – soweit das Ausscheiden von Altanlagen aus der EEG-Förderung noch keine wesentliche Rolle spielt. Der Zubau an EEG-Anlagen hängt seinerseits von der Kostenentwicklung und den technologiespezifischen Förderbedingungen ab. So hat der PV-Zubau in den vergangenen Jahren angesichts deutlich reduzierter Vergütungssätze deutlich abgenommen, während der Windkraftzubau zugelegt hat.
  • Aktueller Stand des EEG-Kontos: Der Kontostand zum Ende des Monats September fließt in die Berechnung des Umlagesatzes im Folgejahr ein. Ende September 2016 liegt auf dem Konto ein Guthaben in Höhe von 1,9 Mrd. €. Die Berechnungen der ÜNB berücksichtigt diesen Wert bei der Kalkulation des Finanzierungsbedarfs.

Zur Berechnung der Höhe der EEG-Umlage wird der Förderbedarf für das anstehende Jahr gemäß der obenstehenden Erwägungen ermittelt. Davon werden die erwarteten Einnahmen aus der Vermarktung des EEG-Stroms abgezogen. Übrig bleibt der zu deckende Förderbedarf, auf den die Systemkosten aufgeschlagen werden. Die entstehende Summe wird dann auf den ermittelten Letztverbrauch verteilt, woraus sich die EEG-Umlage als Größe der Dimension ct/kWh ergibt. Zum Dossier EEG Umlage

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