Angesichts der Dringlichkeit des Klimaschutzes – dokumentiert durch Naturkatastrophen, alarmierende Warnungen des Weltklimarats und eine verfassungsrechtliche Ohrfeige für den Gesetzgeber – ist unstrittig, dass die erneuerbaren Energien in nicht da gewesenem Maße ausgebaut werden müssen. Damit ist absehbar, dass Flächen ein immer knapper werdendes Gut werden, mithin müssen Lösungen für wachsende Flächenkonkurrenzen gefunden werden.

Mit Blick auf die Photovoltaik gibt es jede Menge Dachflächen, die für eine aktuell noch nicht erfolgte Energienutzung geeignet sind. Doch der „Solarturbo“, der von der Branche immer wieder eingefordert wird, erfordert einen umfassenden Ansatz, der sämtliche Optionen in Betracht zieht. Eine Lösung mit außerordentlich großem erschließbarem Flächenpotenzial ist die Agri-PV, die eine kombinierte Nutzung von Lebensmittel- und Solarstromproduktion ermöglicht.

Mit den Innovationsausschreibungen können sich Agri-PV-Ansätze im kommenden Jahr um eine Förderung bewerben. Doch ist der Rahmen der Innovationsausschreibungen geeignet, um der Technologie den erforderlichen Schub zu verleihen? Die Antwort von Max Trommsdorff, dem Gruppenleiter Agri-Photovoltaik beim Fraunhofer ISE: „Es ist aus unserer Sicht sehr fraglich, ob die Innovationsausschreibung tatsächlich dazu führen wird, Agri-PV-Anlagen in nennenswerter Zahl ans Netz zu bringen.“ Im EUWID-Interview erkennt der Experte zugleich an, dass die Technologie nunmehr in einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert wird. Was Trommsdorff zu den Perspektiven und Hemmnissen der Agri-PV in Deutschland sagt, lesen Sie hier.

Technologisch verfügbar, aber wirtschaftlich nicht ausgereift sind viele Power-to-X-Anwendungen. Die intensive Stromnutzung der Ansätze wirft aber auch ökologische Fragen auf. Eine aktuelle Studie widmet sich der Nachhaltigkeit in Abhängigkeit vom Strommix. Demnach ist der „ökologischer Break-even Punkt“ für Power-to-X erst dann erreicht, wenn die strombedingten Treibhausgasemissionen auf unter rund 200 g CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde sinken. (Beitragsbild: Agri-PV-Pilotanlage; Quelle: Fraunhofer ISE)

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