Wärmenetze und Tiefe Geothermie: Diskrepanz zwischen Potenzial und Nutzung

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Geothermie-Bohrung
Symbolbild (Quelle: RGtimeline - stock.adobe.com)

Ein Verbändebündnis macht sich stark für den Ausbau von Wärmenetzen auf der Basis von Geothermie. In Deutschland seien aktuell 37 Tiefe Geothermie-Anlagen in Betrieb, die circa 1,2 TWh klimaneutrale Wärme pro Jahr erzeugen, führen der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der Energieeffizienzverband AGFW, der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und der Bundesverband Geothermie (BVG) aus. Die Tiefengeothermie trage damit bereits heute erheblich zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen und weiterer Luftschadstoffe bei. Die Verbände präsentierten beim Geothermiekongress in München ein Impulspapier.

Um die Emissionsminderungsziele des Bundes-Klimaschutzgesetztes einzuhalten, bedürfe es jedoch zusätzlicher Impulse für die Bereitstellung von klimaneutraler Wärme. Aus Sicht der Verbände sind eine Reihe von Maßnahmen erforderlich, um die Potenziale der Geothermie zu heben. „Die Wissenschaft beziffert das technische Potenzial der Tiefengeothermie auf ca. 100 TWh pro Jahr. Das Potenzial steht allerdings im Missverhältnis zur tatsächlichen Wärmerzeugung auf Basis der Tiefengeothermie“, sagt BEE-Präsidentin Simone Peter. Die Technologie werde zur CO2-Einsparung in der Energieversorgung gebraucht.

„Wenn der Kohleausstieg gelingen soll, müssen wir auch bei der Wärmeversorgung alle technischen Optionen voll ausschöpfen, um Emissionen zu mindern“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels. „Wärmenetze sind die Zentralheizung der Städte, die auch in Kombination mit Geothermie die Menschen mit grüner Fernwärme versorgen können. Um der Geothermie mehr Schub zu geben, brauchen wir einen Masterplan Geothermie.“

Verbände regen Einrichtung eines Wärmetransformationsfonds an

Die Verbände empfehlen die Weiterentwicklung der Fördermaßnahmen (u.a. im KWKG, EEG sowie im MAP) sowie eine verbesserte Absicherung geothermischer Projekte in der Anfangsphase der Investition. Hierfür halten die Verbände die Etablierung eines „Wärmenetztransformationsfonds“ für geeignet, dessen Mittel unter anderem für die Reduzierung des Fündigkeitsrisikos oder zur Durchführung seismischer Messkampagnen eingesetzt werden sollten. Darüber hinaus werden konkrete Vorschläge zum systematischen bzw. strategischen Ausbau der Tiefengeothermie sowie zur Behebung von Informationsdefiziten gemacht.

Lesen Sie hier die konkreten Forderungen der Branche:

7 Vorschläge zur Stärkung der Tiefengeothermie in Wärmenetzen

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