Wärmemarkt: Interessenvertreter fordern erneut steuerliche Förderung energetischer Sanierung

Förderlandschaft vereinfachen, neues Energiegesetz auf Weg bringen

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Bei den Forderungen an eine künftige Bundesregierung steht die seit vielen Jahren diskutierte steuerliche Förderung energetischer Modernisierungsmaßnahmen wieder einmal auf der Agenda der verschiedenen Interessenvertreter auf dem deutschen Wärmemarkt. Dafür ausgesprochen haben sich jetzt anlässlich der Deutschen Wärmekonferenz neben den drei Spitzenverbänden der Heizungsbranche BDH, DG Haustechnik und Zvshk auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea).

„Eine attraktive technologieoffene steuerliche Förderung würde den seit Jahren bestehenden Modernisierungsstau endlich auflösen“, erklärte BDH-Präsident Manfred Greis. Neben der steuerlichen Förderung befürworten der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), der Deutsche Großhandelsverband Haustechnik sowie der Zentralverband Sanitär Heizung Klima die Zusammenführung der KfW-Förderprogramme mit denen des Marktanreizprogrammes (MAP) und die damit einhergehende Vereinfachung der Förderlandschaft, heißt es in einer Mitteilung des BDH.

Gebäudeenergiestandards wirtschaftlich setzen

Um die Wärmewende endlich in Schwung zu bringen, brauche es so schnell wie möglich neue Anreize für die energetische Sanierung, vor allem mittels einer gut ausgestatteten steuerlichen Förderkomponente, erklärte der Sprecher der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) und Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), Andreas Kuhlmann. Auch sollte ein neues Energiegesetz rasch auf den Weg gebracht werden. Vorhandene Regelungen wie die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) müssten zügig im neuen Gebäudeenergiegesetz gebündelt werden, Gebäudeenergiestandards sollten ambitioniert, aber wirtschaftlich gesetzt werden.

Der BEE moniert, dass nicht alle Erneuerbaren-Technologien einen Zuwachs bei den Förderanträgen verzeichnen konnten. Während es bei Wärmepumpen einen deutlichen und bei Holzheizungen einen leichten Anstieg gegeben habe, bleibe die Solarthermie weit hinter ihrem Potenzial zurück. Bezogen auf den gesamten Wärme- und Kältebedarf in Deutschland stagniere der Anteil erneuerbarer Energien insgesamt auch 2017 im dritten Jahr in Folge auf einem niedrigen Niveau von rund 13 Prozent.

BEE moniert bestehende Förderung rein fossil befeuerter Wärmeerzeuger

Der BEE sieht einen Grund für das schwache Vorankommen in der nach wie vor bestehenden Förderung von rein fossil befeuerten Wärmeerzeugern. Daher müsse an den Beschlüssen zum Ausstieg aus dieser Förderung bis Ende 2019 festgehalten werden, wie es auch im Klimaschutzplan 2050 verankert ist. Die Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten müssten sich allein auf den Ausbau erneuerbarer Wärme und Energieeffizienz fokussieren.

Politische Dauerbaustelle

Die steuerliche Förderung der energetischen Sanierung zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäude gilt schon lange als politische Dauerbaustelle. Eine dazu ursprünglich im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) festgeschriebene Vereinbarung war durch das Nichtzustandekommen einer Einigung auf dem Koalitionsgipfel im Kanzleramt im Februar 2015 gescheitert. In der Diskussion um die Finanzierung der steuerlichen Förderung war unter anderem der Steuerbonus auf Handwerkerleistungen ins Blickfeld geraten. Ausschlaggebend war die Blockade durch den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) im Koalitionsausschuss.

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