VSE sieht sich als Vorreiter der Energiewende und nutzt sich bietende Wachstumschancen

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Die VSE-Gruppe sieht sich als Vorreiter der Energiewende im Saarland und blickt optimistisch in die Zukunft. Das erklärte der Vorstand des Anbieters von Lösungen in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Facility Management und technische Dienstleistungen, Hanno Dornseifer beim jährlichen Pressegespräch des Unternehmens in Saarbrücken. Die positive Entwicklung der Gruppe mache deutlich, dass trotz vieler Unwägbarkeiten auf dem Energiemarkt, sinkender Margen im Stromgeschäft und eines verschärften Wettbewerbs der richtige Kurs eingeschlagen wurde.

Als Architekt für intelligente Stromnetze und smarte Energieanwendungen, Infrastrukturdienstleister für die Breitbandversorgung, Innovationstreiber bei neuen Produkten und Dienstleistungen für Energie und Telekommunikation sowie als einer der größten Windkraftbetreiber im Saarland nutze die Gruppe die sich bietenden Wachstumschancen.

Dienstleistungsangebote „gut am Markt angenommen“

Die Umsatzerlöse der Gruppe stiegen von 1,19 Mrd. € im Jahr 2015 auf 1,38 Mrd. € im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016. Als Gründe dafür nennt VSE in einer Mitteilung neben der konjunkturell gestiegenen Nachfrage nach Energie seitens der Industrie sowie der weiterverteilenden Stadtwerke, die Ausweitung der Aktivitäten im Erdgasbereich, die Intensivierung des bundesweiten Vertriebs sowie den Zubau regenerativer Erzeugungseinheiten. Gut angenommen würden am Markt die Dienstleistungsangebote zum Beispiel im Bereich Portfoliomanagement sowie die bundesweite Vermarktung von Regelenergie. Hinzu kämen die steigende Nachfrage nach intelligenten IT- und Telekommunikationslösungen sowie Energiedienstleistungen.

Stromabgabe 2016 gestiegen

Die Stromabgabe der VSE-Gruppe stieg im Berichtsjahr auf 14.862 GWh, die Erdgasabgabe auf 10.916 GWh, und die im Kontext der Energiewende entstandenen Produkte und Dienstleistungen im Strom- und Gasbereich tragen den Angaben zufolge zunehmend mehr zu dieser positiven Geschäftsentwicklung bei. Dazu zählten zum Beispiel die Geschäfte mit Strom und Gas, die rund um die Uhr an der Börse getätigt werden, die EEG-Direktvermarktung, das Portfoliomanagement sowie die bundesweite Vermarktung von Regelenergie wie Minuten- und Sekundärreserven für Erzeugungsanlagen in Form eines Poolmodells.

Ausbau von Windenergie

Auch der Ausbau regenerativer Erzeugungseinheiten schlage sich positiv nieder. Die VSE AG ist an über 100 MW installierter Windkraft im Saarland beteiligt. So ging 2016 der Windpark in Nohfelden-Eisen mit drei 3,3 MW-Anlagen in Betrieb. Die für dieses Jahr geplanten Projekte in Wadern-Felsenberg und Perl-Büschdorf befinden sich in der Umsetzung. Hinzu kommen über 21 MW installierte Leistung an Photovoltaikanlagen. So wurde u.a. auf dem Dach des Materiallagers in Nalbach eine 500 kWpeak-Anlage installiert. Bei der konventionellen Stromerzeugung im Kraftwerk Ensdorf bleibt die Lage weiterhin angespannt. Am Standort werde Strom in zwei Kraftwerksblöcken produziert.

„Solange das politisch erlaubt, technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist, wird das auch so bleiben“, erklärte VSE-Vorstand Gabriël Clemens. Auch in Ensdorf habe die VSE frühzeitig die Weichen Richtung Zukunft gestellt, um den Standort als Energie- und Ressourcenzentrum weiterzuentwickeln. Der Entsorgungsverband Saar (EVS), habe das Potenzial dieses Geländes früh erkannt und entschieden, auf dem Gelände das neue Biomasse-Zentrum für das Saarland zu errichten. VSE und EVS kooperierten darüber hinaus bereits in einem anderen Zukunftsprojekt. Die Notstromaggregate von 13 Kläranlagen des EVS sind in einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen. Die VSE vermarktet die Leistung dieser Anlagen im Regelenergiemarkt.

Investitionen in Netze

Die Netzgesellschaften VSE Verteilnetz und die energis-Netzgesellschaft investieren den Angaben zufolge seit Jahren in die Modernisierung und den intelligenten Bau und Betrieb ihrer Energienetze. Eine der größten Investitionsmaßnahmen werde derzeit im nördlichen Saarland vorbereitet. Dort sei geplant, die 110-kV-Freileitung von Wadern nach Selbach durch einen modernen Neubau zu ersetzen. Zudem ist VSE Konsortialführer im Saarland für das Sinteg-Verbundprojekt Designetz mit einem Projektvolumen von 66 Mio. € und 46 Partnern aus den Bundesländern NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Um die künftigen Anforderungen an die Stromnetze in der Praxis zu testen, seien im Saarland in Perl, Freisen und Saarlouis Demonstrationsobjekte geplant mit höchst unterschiedlichen Bedingungen bei Erzeugung und Verbrauch.

Beteiligung an Start-up Zensor

Darüber hinaus eruiert die VSE AG die Beteiligung an zukunfts-orientierten Start Up-Unternehmen, heißt es. In der Gesellschaft SHS-Ventures, die VSE gemeinsam mit SHS-Stahl-Holding-Saar gegründet hat, werden Beteiligungsoptionen ausgelotet, mit dem Ziel, gemeinsam neue Ge-schäftsfelder u.a. in den Bereichen Industrie 4.0, Infrastruktur und Energiewirtschaft zu identifizieren und zu entwickeln. Im vergangenen März wurde ein erster Beteiligungsvertrag zwischen SHS Ventures und dem belgischen Unternehmen Zensor geschlossen. Das 2013 gegründete Start-up Zensor verfolge einen integrierten Ansatz zur Überwachung von Infrastruktur mit Sensordaten, um an dem stark wachsenden Markt für so genannte Predictive Maintenance & Analytics zu partizipieren. Die Lösung lasse sich übergreifend auf viele Märkte, u. a. in der Windindustrie im On- und Offshore Bereich übertragen. Mit dieser Beteiligung wolle die SHS Ventures u.a. eine Verlängerung der Wertschöpfungsketten des VSE- und des SHS-Konzerns erreichen.

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