Vorzieheffekte zeigen Wirkung – Solarworld, SMA Solar, S.A.G. und Solar-Fabrik legen Quartalsberichte vor

Nach Vorliegen der Geschäftszahlen von centrotherm, SMA Solar und Solarworld sowie kleinerer Solarunternehmen ergibt sich ein Bild der aktuellen Lage der deutschen Photovoltaikbranche. Demnach haben die deutschen Unternehmen zwar von Vorzieheffekten in Folge der Diskussion über die Solarförderung profitiert, in den Umsätzen spiegelt sich das aufgrund des massiven Preisverfalls indes kaum wider. Eine Ausnahme bildet der weltweit führende Wechselrichterhersteller SMA Solar, der einen Anstieg des Quartalsumsatzes gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 58 Prozent auf 405 Mio. € verbuchen kann und damit die eigenen Erwartungen übertroffen hat.

Solarworld meldete am Morgen trotz gestiegener Absatzzahlen einen Umsatzrückgang von knapp 27 Prozent auf 170,5 Mio. €. Vor allem auf dem deutschen Markt habe es aufgrund der „unerwartet frühen und hohen Förderkürzungen“ eine verstärkte Nachfrage nach Modulen und Systemlösungen gegeben, berichtet die Gruppe. Konzernweit stieg der Absatz im Handelssegment um 48 Prozent auf 146 (Vorjahr: 99) MW an. Schwächer zeigte sich das Segment Produktion, das im Wesentlichen vom Wafergeschäft geprägt ist. Der konzernweite Absatz von Wafern und Solarmodulen habe hier bei 147 (Q1 2011: 185) MW gelegen.

Solar-Fabrik: Preisverfall ist wesentlich beeinflusst durch die Änderungen des deutschen EEG

Auch die beiden Freiburger Unternehmen S.A.G. Solarstrom und Solar-Fabrik melden rückläufige Umsätze. Bei S.A.G. brachen die Umsätze im ersten Quartal von 78,9 Mio. € auf 21,4 Mio. € ein, das EBIT verschlechterte sich von 5,1 Mio. € im entsprechenden Vorjahresquartal auf -2,8 Mio. €. Der Geschäftsbereich Projektierung und Anlagenbau habe im ersten Quartal „aufgrund der kurzen Vorlaufzeit der angekündigten EEG-Gesetzesänderung“ nicht von Vorzieheffekten profitieren können, berichtet das Unternehmen. Der Einbruch bei Erlösen und EBIT sei zudem auf ein besonders starkes Vorjahresquartal zurückzuführen, das „in erheblichem Maße“ durch das Großprojekt Serenissima geprägt gewesen sei.


Bei der Solar-Fabrik halbierte sich der Quartalsumsatz von 36,9 Mio. € auf 19,1 Mio. €. Der Umsatzrückgang sei überwiegend preisbedingt, „der Preisverfall ist wesentlich beeinflusst durch die Änderungen des deutschen EEG“, heißt es seitens der Solar-Fabrik. Profitiert habe man von der EEG-Diskussion im März, nachdem der Januar und Februar nach Angaben des Unternehmens weitgehend durch den Export getragen wurden. Trotz sinkender Gesamterlöse ist es der Solar-Fabrik gelungen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern von -0,4 Mio. € im Vorjahr auf 1,5 Mio. € zu steigern. Auch der Konzerngewinn legte von -0,9 Mio. € auf 1,3 Mio. € zu.

PV-Equipment-Anbieter können auf baldige Markterholung hoffen

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Maschinenbauer centrotherm photovoltaics zum Auftakt der Berichtssaison einen deutlichen Rückgang der Erlöse bekannt gegeben. Danach verringerte sich der Umsatz des Solarzulieferers von 189,3 Mio. € auf 82,5 Mio. €, auch das Ergebnis brach von 17,7 Mio. € auf -42,9 Mio. € ein. „Die Branche befindet sich in der bisher schwersten Krise, die Konsolidierung ist im vollen Gange“, sagte Finanzvorstand Thomas Riegler. Für die Anbieter von PV-Equipment könnte es gleichwohl bereits in Kürze wieder aufwärts gehen. So rechnen die Marktforscher von Solarbuzz bereits im kommenden Jahr mit einer spürbaren Erholung am Markt. Wie das US-amerikanische Beratungshaus jüngst ermittelte, werden die Photovoltaikanbieter aus der ersten Riege (Tier 1) ihre Ausgaben für Produktionsanlagen zur Herstellung von kristallinen und Dünnschicht-Solarzellen und -Modulen nach einem schwachen Jahr 2012 im kommenden Jahr annähernd verdoppeln. Bereits im laufenden zweiten Quartal des Jahres 2012 werde die Talsohle am Markt durchschritten.

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