Vestas hat im vergangenen Jahr erstmals die Spitzenposition des Windenergiemarktes in Deutschland übernommen. Mit 119 Inbetriebnahmen – was knapp 44 Prozent der in 2019 realisierten Windenergieleistung entspricht – hält Vestas den größten Marktanteil hierzulande. Dies zeichnete sich bereits bei den 9-Monats-Zahlen ab. Die Dänen legten gegenüber den beiden Vorjahren 18 Prozentpunkte zu, während der langjährige Spitzenreiter Enercon aus Aurich deutlich Marktanteile einbüßte: 2018 stammte noch jede zweite hierzulande errichtete Neuanlage aus dem Hause Enercon. Im vergangenen Jahr war es lediglich jede dritte Neuanlage, die die Auricher lieferten (94 Neuanlagen; 31,6 Prozent der Gesamtleistung) – was Platz 2 im Herstellerranking bedeutet.

Insgesamt verbleibt der Markt für Windenergieanlagen in Deutschland fest in der Hand weniger Hersteller: Enercon, Nordex und Vestas lieferten 85 Prozent aller Neuanlagen, die 2019 in Deutschland ans Netz gingen. Das zeigen die jetzt veröffentlichte offizielle Zubauanalyse der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind). Die vorläufigen Zahlen wurden Mitte Januar vorgestellt.

Markanteile auf Basis der Inbetriebnahmen in Deutschland. Daten: BNetzA, Auswertung: FA Wind

Der drittplatzierte Hersteller Nordex konnte seine Marktposition gegenüber 2018 leicht ausbauen (+1 Prozentpunkt). General Electric (GE) hat sich nach dem Einbruch im Jahr 2018 mit zuletzt sechs Prozent Marktanteil wieder stabilisiert und ist der einzige Turbinenbauer, der 2019 mehr Anlagen als 2018 in Deutschland ans Netz brachte. Der Anteil von Senvion halbierte sich als Folge der Insolvenz im Frühjahr 2019 auf nur noch 3,5 Prozent. Der Rostocker Turbinenbauer eno energy erhöhte 2019 seinen bisherigen Marktanteil auf knapp vier Prozent. Siemens Gamesa errichtete 2019 lediglich fünf Windturbinen und blieb damit unter zwei Prozent des deutschen Onshore-Marktes. Jenseits der sieben Hersteller wurden 2019 keine (großen) Windturbinen in Deutschland installiert.

Vestas V126 am häufigsten realisierter Anlagentyp

Häufig in Betrieb gegangene Anlagentypen im Jahr 2019. Daten: BNetzA, Auswertung: FA Wind

Der im vergangenen Jahr am häufigsten realisierte Anlagentyp war die V126 von Vestas (39 WEA), dicht gefolgt von dem zweiten Vestas-Modell, der V136 mit 38 realisierten Anlagen. An dritter Stelle steht der Enercon Typ E-115 mit 29 registrierten Inbetriebnahmen. Dahinter folgt mit 28 realisierten Anlagen des Typ E-141 ein weiteres Modell aus dem Hause Enercon. Platz fünf geht an das dritte Vestas Modell. Von der V117 gingen 22 Maschinen ans Netz. Auf den Rängen sechs bis neun folgen: Nordex N131 und N117, Vestas V112 sowie Enercon E-82 mit jeweils 13 Exemplaren. Auf Rang 10 kommt mit 12 realisierten Anlagen das Modell GE 3.6-137 von General Electric.

Der Positionswechsel spiegelt sich nach Angaben der FA Wind auch bei den 2019 erteilten Genehmigungen wider. Von insgesamt 500 genehmigten Windrädern mit 1.940 MW adressieren 174 Anlagen Modelle der Firma Vestas. Bezogen auf die Leistung entspricht dies knapp 35 Prozent des Marktes. Mit Enercon-Modellen sind 113 Anlagen genehmigt worden, was knapp 21 Prozent des neu genehmigten Leistungsumfangs im vergangenen Jahr entspricht. Zwar sei die genehmigte Leistungsmenge gegenüber 2018 (1.491 MW) um 30 Prozent gestiegen, dennoch bleibe der Umfang der neu erteilten Genehmigungen weiterhin deutlich zu niedrig, um die jährlichen Ausschreibungsvolumina damit bedienen zu können.     

Hier geht es zum Vorbericht der Zubauanalyse:       

Windenergie an Land bricht 2019 auf niedrigsten Stand seit über 20 Jahren ein

Beitragsbild: Wolfilser – stock.adobe.com

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