Verstöße gegen Bilanzkreistreue: BNetzA mahnt zwei Unternehmen ab

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Kohlekraftwerk-Stromnetz
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Die Bundesnetzagentur hat Verstöße der Unternehmen Energie Vertrieb Deutschland (EVD) und Optimax Energy gegen die vertraglichen Pflichten aus dem Bilanzkreisvertrag Strom festgestellt. Beide Unternehmen hätten als Bilanzkreisverantwortliche gegen ihre Pflicht zum ordnungsgemäßen Ausgleich der gehandelten Strommengen in den Bilanzkreisen verstoßen, teilte die Netzbehörde mit.

Als unzulässiges Verhalten wertet die Bundesnetzagentur insbesondere eine Erzeugungsprognose von Energiemengen, die dem Bilanzkreisverantwortlichen tatsächlich nicht zur Verfügung standen. Die Anpassung von Prognosefahrplänen an die Handelstätigkeit widerspreche ebenfalls der gesetzlichen Maßgabe, für eine ausgeglichene Bilanz zwischen Einspeisung und Entnahme zu sorgen.

Die Feststellung kommt einer Abmahnung durch die Bundesnetzagentur gleich. Eine Beendigung des Bilanzkreisvertrags sei damit nicht verbunden. Gegen die Feststellung der Bundesnetzagentur sind Rechtsmittel möglich. Die Kündigung eines Bilanzkreisvertrags kann nur durch die Übertragungsnetzbetreiber ausgesprochen werden.

Drei weitere Verfahren sind noch anhängig

Im Zusammenhang mit den erheblichen System- und Bilanzungleichgewichten im Juni 2019 hatte die Bundesnetzagentur auf Basis von Vorermittlungen der Übertragungsnetzbetreiber Aufsichtsverfahren gegen sechs Bilanzkreisverantwortliche eingeleitet. Ein Verfahren gegen das Unternehmen Trailstone wurde eingestellt, da sich die anfänglichen Verdachtsmomente nicht erhärten ließen. Drei weitere Verfahren sind noch anhängig.

Im Juni 2019 trat an drei Tagen ein erhebliches Ungleichgewicht im deutschen Stromsystem auf. Nur durch die verantwortungsvolle Zusammenarbeit der deutschen Übertragungsnetzbetreiber untereinander und die gute Unterstützung durch ihre europäischen Partner konnte das System stabil gehalten werden.

Maßnahmenpaket zur Stärkung der Bilanzkreistreue seit Dezember in Kraft

Zur Stärkung der Bilanzkreistreue hatte die Bundesnetzagentur bereits im Dezember 2019 ein Maßnahmenpaket festgelegt, das Bilanzkreisverantwortliche zu einer sorgfältigeren Bewirtschaftung ihrer Bilanzkreise anhält und eine schnellere Aufklärung von Bilanzungleichgewichten ermöglichen soll.

Bilanzkreise dienen der wirtschaftlichen Abwicklung von Verträgen zur Belieferung mit elektrischer Energie. Der Bilanzkreisverantwortliche ist gegenüber dem Übertragungsnetzbetreiber auf Grundlage des zwischen den Parteien bestehenden Bilanzkreisvertrages dafür verantwortlich, dass in jeder Viertelstunden-Periode die Leistungsbilanz des Bilanzkreises ausgeglichen ist. Die Leistungsbilanz ist die Summe von Entnahmen und Einspeisungen von elektrischer Energie.

Corona-Krise: Bilanzkreisverantwortliche zur „unbedingten Einhaltung ihrer Pflichten“ aufgefordert

Aus Gründen der Systemsicherheit seien die Bilanzkreisverantwortlichen auch während der Corona-Krise zur „unbedingten Einhaltung ihrer Pflichten“ aufgefordert, heißt es weiter. Trotz der bestehenden Einschränkungen seien eine bestmögliche Prognose und eine kontinuierliche, viertelstündlich ausgeglichene Bilanzkreisbewirtschaftung sicherzustellen.

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