Versorgerverpflichtung für mehr Erneuerbare im Wärmesektor

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Eine Versorgerverpflichtung kann ein kostengünstiges Modell für mehr erneuerbare Energien im Wärmesektor sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) koordiniertes Konsortium, das die EU-Kommission mit wissenschaftlichen Studien bei der Weiterentwicklung ihrer Wärme- und Kältestrategie unterstützt.

Im ersten Teil des Projekts „Mapping EU heat supply“ hatte das vom Fraunhofer ISI koordinierte Konsortium aus dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), TEP Energy, TU Wien, Observer und dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (Irees) eine lückenlose Energiebilanz für den Wärme- und Kältesektor aller EU-Länder erstellt. Die Daten dienten der EU-Kommission als Basis für den Entwurf der Wärme- und Kältestrategie. Der jetzt veröffentlichte zweite Teil der Studie enthält Szenarien zur Entwicklung der Wärme- und Kälteversorgung der EU bis zum Jahr 2030. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf möglichen Förderinstrumenten zur Steigerung des Anteils Erneuerbarer.

Das Konsortium hat nun die Wirkungen der Versorgerverpflichtung untersucht, d.h., wenn wenn Gas- und Öllieferanten verpflichtet werden, jedes Jahr eine bestimmte Menge an Erneuerbare für die Wärmebereitstellung in den Markt zu bringen. Den Energieversorgern wäre dabei selbst überlassen, mit welchen Technologien sie die Quote erfüllen beziehungsweise welchen Anreiz sie dazu beim Endkunden schaffen, heißt es. Ein Beispiel sei, Wärmepumpen, Biomassekessel und Solarthermiekollektoren in Gebäuden oder zur Prozesswärmebereitstellung in Industriebetrieben direkt zu fördern. Eine andere Möglichkeit wäre der Zukauf von Zertifikaten von Energiedienstleistern, die darauf spezialisiert sind, entsprechende Projekte umzusetzen.

Ausbau Erneuerbarer möglichst kostengünstig schaffen

„Der Grundgedanke der Versorgerverpflichtung ist, den Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmebereich möglichst kostengünstig zu schaffen und alle zur Verfügung stehenden Technologien gleichermaßen zu behandeln. Unsere Modellrechnung zeigt nämlich, dass sich die Quote nur mit der Nutzung verschiedener Technologien erfüllen lässt, da die Wirtschaftlichkeit sehr von der jeweiligen Einbausituation abhängt“, erklärte einer der Koordinatoren des Projekts am Fraunhofer ISI, Jan Steinbach. Um die Wirkung der Versorgerverpflichtung zu modellieren, wurden Szenarien berechnet, in denen diese Verpflichtung die derzeitigen nationalen Förderinstrumente ersetzt. Tobias Fleiter, der das Projekt gemeinsam mit Steinbach koordiniert hat, fasst zusammen: „Eine Versorgerverpflichtung als zentrales Politikinstrument zur Förderung erneuerbarer Energien im Wärmebereich hat das Potenzial, die europäischen Ausbauziele für erneuerbare Energieträger zu sehr geringen Kosten zu erreichen.“ Ein Anteil von 30 Prozent Erneuerbaren Energien in der EU im Jahr 2030 sei realistisch, verlange aber zusätzliche Maßnahmen. Die Versorgerverpflichtung könnte diese Lücke füllen. Würde sie optimal umgesetzt, wäre zur Finanzierung lediglich ein Aufpreis von 0,1 ct je kWh verkauftes Heizöl und Erdgas nötig.

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