Vergleichsportal: Aus Kostengründen lohnt sich Stromsparen immer weniger

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Nach Angaben von Verivox lohnt sich Stromsparen immer weniger. Die Strompreise der Grundversorgung sind in den letzten fünf Jahren für Verbraucher mit niedrigen Verbräuchen fast doppelt so stark gestiegen wie die Preise für Kunden mit höherem Stromverbrauch, habe eine Analyse des Vergleichsportal ergeben.

Der Grund für die ungleiche Preisentwicklung bei unterschiedlichen Verbräuchen liege in der Struktur der meisten Stromtarife. Sie bestehen aus einem festen monatlichen Grundpreis, der unabhängig vom Verbrauch fällig wird, und einem Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Während die Arbeitspreise im Fünf-Jahres-Vergleich nur um rund 3 Prozent gestiegen sind, wurden die Grundpreise im gleichen Zeitraum um über 30 Prozent erhöht, heißt es.

Die Folge: Je höher der Stromverbrauch eines Haushaltes ist, desto niedriger fällt die Strompreissteigerung aus. „Diese Entwicklung macht das Stromsparen aus Kostengründen immer weniger attraktiv“, sagt Valerian Vogel, Energieexperte von Verivox. „Um stromsparendes Verhalten effektiv zu belohnen, müsste gerade der Preis pro Kilowattstunde im Vergleich zum monatlichen Festpreis deutlich ansteigen.“

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Die gesamten Stromkosten für einen Ein-Personen-Haushalt ohne elektrische Warmwasserbereitung (1.500 kWh) stiegen im Grundversorgungstarif zwischen 2014 und 2019 um 8,4 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 6.000 kWh (zum Beispiel ein Vier-Personen-Haushalt mit elektrischer Warmwasserbereitung) sind die Gesamtkosten im selben Zeitraum nur um 4,8 Prozent gestiegen. Bei einem hohen Stromverbrauch von 10.000 kWh (beispielsweise eine Familie mit stromintensiven Installationen wie etwa Sauna oder Swimmingpool) sinkt die Steigerungsrate auf 4,5 Prozent.

Der Anstieg der festen monatlichen Grundkosten geht vor allem auf die Entwicklung der Stromnetzgebühren zurück, die rund ein Viertel des Strompreises ausmachen. Bei diesen Gebühren stieg der Preis pro kWh nach Angaben von Verivox zwischen 2014 und 2019 um 1 Prozent, der feste Grundpreis stieg um rund 62 Prozent.

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1 KOMMENTAR

  1. Natürlich gibt es auch folgende Lösung: Grundpreis auf KW umlegen und abschaffen. Super! Es freut sich natürlich der, der nur 1.500 kWh verbraucht. Und der auch zu recht. Es freut sich aber auch der, der Sauna und Swimmungpool besitzt 10.000 kWh verbraucht, aber eben eine Solaranlage und einen Zwischenspeicher installiert hat. Dumm nur, dass in Deutschland im Winterhalbjahr fast kein Strom über die Solaranlage zu erzeugen ist. Da nimmt der “umweltfreundliche” Vielverbraucher dann gerne die Vorhaltung der hohen Netzkapazitäten und Schattenkraftwerke durch die Versorger in Kauf. Die Kosten für diese Einrichtungen zahlt ja dann gerne der mit, der z.B. kein eigenes Dach für Solar hat. Diese Betrachtungsart ist sehr schlicht und irgendwie typisch für die Energiewende, von der wir noch weit entfernt sind und bei der diese Kosten, die besser nicht auf den Strompreis umgelegt werden sollten, noch weitaus höher werden. Denn es gilt: je mehr sich durch Zwischenspeicher aus dieser “Umlage” zum Teil hinausstehlen, desto höher werden die Kosten für die, die das nicht können. Und dabei gibt mathematisch natürlich gar keine Obergrenze.

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