Verbundprojekt soll Power-to-Gas-Anlagen optimieren

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Power-to-Gas-Anlage von Electrochaea in Ungarn
Quelle: Electrochaea

An der Optimierung von Power-to-Gas-Anlagen arbeiten in den nächsten drei Jahren acht Partner im Rahmen des Verbundprojekts „Orbit“. Koordiniert wird das Projekt von der Forschungsstelle Energienetze und Energiespeicher (Fenes) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) unter der Leitung von Professor Michael Sterner. Wie die OTH Regensburg mitteilte, fördert das Bundeswirtschaftministerium (BMWi) das Projekt mit einer Mio. €.

In dem Verbundprojekt kommt ein Power-to-Gas-Konzept zum Einsatz, das von Professor Sterner am Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IWES) mitentwickelt wurde. Dabei wird überschüssiger Strom (beispielsweise aus Windkraftanlagen) zur Elektrolyse von Wasser eingesetzt, dem sich die Methanisierung von CO2 anschließt. Das dabei entstehende Methan, Hauptbestandteil fossilen Erdgases, kann direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Im „Orbit“ Projekt übernehmen gezielt ausgewählte Archaeen die Methanisierung. Diese Mikroorganismen gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde und kommen in sauerstofffreien Lebensräumen wie Mooren und Sümpfen, aber etwa auch im Verdauungstrakt des Menschen vor. Die eingesetzten Archaeen gewinnen ihre Energie aus der Umsetzung von Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff und scheiden Methan als „Abfallprodukt“ aus.

Im Rahmen des Projektes wird das Zusammenspiel zwischen Biologie, Verfahrenstechnik und Anlagensteuerung von Grund auf neu entwickelt und aufeinander abgestimmt. Die beteiligten Unternehmen erhoffen sich aus dem Projekt neue Erkenntnisse für den Betrieb und die Weiterentwicklung ihrer Reaktoren und einen einheitlichen Vergleichsstandard für die neue Anlagentechnik.

Projektpartner der Fenes sind die Universität Regensburg mit dem Lehrstuhl für Mikrobiologie (Deutsches Archaeenzentrum), die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik sowie aus der Industrie die Firmen Electrochaea GmbH, MicrobEnergy GmbH (Viessmann) und MicroPyros GmbH. Als assoziierter Partner stellt der westdeutsche Strom- und Gasnetzbetreiber Westnetz GmbH seine Infrastruktur für die Erprobung im realen Umfeld zur Verfügung. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) ist mit seiner Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) als Projektbeirat beteiligt.

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