Verbraucherzentralen starten Marktwächter Energie

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Die deutschen Verbraucherzentralen haben den „Marktwächter Energie“ gestartet. Seine Aufgabe bestehe in der Marktbeobachtung und dem frühzeitigen Erkennen von Fehlentwicklungen auf dem Energiemarkt, teilte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit.

Im August startet der sukzessive Aufbau für die Segmente Strom und Gas, Fernwärme sowie Heizkostenabrechnungen und Monopole von Ablesediensten. Erste Ergebnisse des bundesweiten Projekts sind für Anfang 2018 geplant.

Die Verbraucherschützer begründen den Aufbau ihres Marktbeobachters damit, dass die Marktaufsicht aus Verbrauchersicht unzureichend sei. Hierzu verweisen sie auf Insolvenzen von Energieanbietern, wie jüngst Care- Energy. Der Marktwächter Energie soll nun Verbraucherbeschwerden zum bundesdeutschen Energiemarkt systematisch auswerten. Mit den Erkenntnissen des neuen Marktwächters sollen frühzeitig Behörden und Politik auf Marktverfehlungen aufmerksam gemacht werden.

Das Frühwarnsystem wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) mit einer Anschubfinanzierung bis Ende August in Höhe von bis zu 1,5 Mio. € unterstützt. Bis dahin sollen die Grundstrukturen für eine bundesweite Marktbeobachtung vorliegen. Über die Aufbauphase hinaus sollen diese die Etablierung eines Marktwächters Energie analog zu den Marktwächtern für Finanzen und die Digitale Welt ermöglichen. Gemeinsam mit 14 inhaltlich beteiligten Verbraucherzentralen übernimmt der vzbv den bundesweiten Aufbau der neuen Strukturen.

Vorbild Landesmarktwächter Niedersachsen

Für Niedersachsen beobachtet ein Landesmarktwächter bereits seit März 2015 erfolgreich den Energiemarkt aus Sicht der Verbraucher. Ausgehend von Kundenbeschwerden hat er rechtliche Schritte gegen Anbieter eingeleitet und bisher rund 70 Unterlassungserklärungen erzielt. Zudem hat er verschiedene Marktuntersuchungen und Studien durchgeführt. Sie zeigen beispielsweise, dass in Niedersachsen die Darstellung von Preiserhöhungen aus Verbrauchersicht oft unzureichend ist und sich Stromtarife mit Prämien finanziell nur selten lohnen. Zum Thema Ökostrom hat der Marktwächter Energie für Niedersachsen außerdem eine Bewertung der am deutschen Markt verbreiteten Labels erarbeitet. Dieses Projekt wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Um eine effektive Marktbeobachtung zu gewährleisten, erfolgt eine enge Abstimmung mit dem Bundesprojekt.

Weitere Informationen unter: https://ssl.marktwaechter.de/

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