VDI und VDE kritisieren einseitigen Förderfokus auf den Batterieantrieb

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Brennstoffzellenfahrzeug an einer Wasserstoff-Tankstelle.
Symbolbild (Quelle: Volkswagen AG)

Die Verbände VDI und VDE fordern eine gleichberechtigte Förderung von Brennstoffzellen- und Batteriefahrzeugen und kritisieren damit die einseitige Konzentrierung auf den Batterieantrieb. Das geht aus der Studie „Brennstoffzelle für die Elektromobilität von morgen“ hervor, die von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie durchgeführt wurde. Nach Ansicht der Verbände leistet die Elektromobilität zwar einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und zur Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor, dieser reiche aber alleine nicht aus, um die Ziele der Bundesregierung zu erreichen.

Aktuell unterstütze die Bundesregierung die Elektromobilität mit Kaufprämien und dem Aufbau einer Ladeinfrastruktur. So sollen gemäß Koalitionsvertrag bis 2020 mindestens 100.000 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zusätzlich verfügbar gemacht und die Errichtung von privaten Ladesäulen gefördert werden. In Bezug auf Wasserstoff und Brennstoffzelle sehe der Koalitionsvertrag hingegen nur eine Förderung der Sektorkopplung sowie eine Anpassung des regulativen Rahmens zur Einführung von „grünem Wasserstoff“ vor.

Batteriefahrzeuge um den Faktor 2 effizienter

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Batteriefahrzeuge derzeit die eingesetzte Primärenergie mindestens um etwa den Faktor 2 effizienter nutzen als Brennstoffzellenfahrzeuge. Dabei bleibe allerdings die Speicherwirkung von Wasserstoff und die folglich möglicherweise geringere Abregelung von Stromquellen aus erneuerbaren Energien unberücksichtigt. In Zukunft sollte sich nach Ansicht der Studienautoren mit Elektrolyseuren und der Nutzung des steigenden Stromangebots aus erneuerberen Energien eine weitgehend emissionsfreie sowie wirtschaftlich konkurrenzfähige Wasserstofferzeugung realisieren lassen.

Zukünftig Kostenvorteile bei Brennstoffzellen zu erwarten

Die Kosten für die Nutzung von Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen werden der Studie zufolge derzeit von den Anschaffungskosten dominiert. Die Serienfertigung von Batteriesystemen sei weiter fortgeschritten als die von Brennstoffzellen. Entsprechend sei die Kostenreduktion bei Batterien aktuell deutlich ausgeprägter als bei Brennstoffzellensystemen. Bei höheren Energie- bzw. Reichweitenanforderungen ergeben sich gemäß der Studie Kostenvorteile für Brennstoffzellenfahrzeuge. Mit Aufnahme der Serienfertigung verstärke sich dieser Effekt.

Geringeres Risiko von Rohstoffmangel durch Technologiediversifizierung

Zudem reduziere eine Diversifizierung der Technologien das Risiko von Rohstoffverknappungen. Bei der Batterie gelten Lithium, Nickel, Kobalt und bei der Brennstoffzelle Platin mit abnehmender Tendenz als kritische Rohstoffe. Die Förderkapazitäten dieser Rohstoffe müssen ausgebaut werden, dabei sei eine Steigerung der Recyclingrate zu bevorzugen.

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