Unternehmen müssen mehr für Fernwärme zahlen

274
Fernwärmerohre
Quelle: fefufoto - stock.adobe.com

Der Preis für Fernwärme ist laut aktuellem Fernwärme-Preisvergleich des Bundesverbands der Energie-Abnehmer (VEA) im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Mittelständische Unternehmen müssen demnach in den alten Bundesländern mit einem Anstieg von 0,5 Prozent rechnen, in den neuen Bundesländern wird Fernwärme um 2,3 Prozent teurer, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Die Preise im Osten liegen 14,2 Prozent über dem Preisniveau in den alten Bundesländern.

Westdeutsche Unternehmer zahlen den VEA-Analysen zufolge derzeit bei einer Benutzungsdauer von 1.500 h/a zwischen 57,59 €/MWh bei den Stadtwerken Kempen und 93,61 €/MWh bei den Stadtwerken Hanau — das ist ein Preisunterschied von 62,5 Prozent. Bei einer Benutzungsdauer von 2.000 h/a zeigt sich zwischen den Fernwärme-Versorgungs-Unternehmen (FVU) eine Differenz von 58 Prozent. Die Preisspanne reicht von 55,28 €/MWh bei den Stadtwerken Kempen bis 87,35 €/MWh bei der RhönEnergie Fulda.

Im Durchschnitt liegt der Fernwärmepreisin den alten Bundesländern bei 75,91 €/MWh (1.500 h/a) bzw. 70,92 €/MWh (2.000 h/a). Die Stadtwerke Hanau, RhönEnergie Fulda und Mainova mit Sitz in Frankfurt sind laut VEA die teuersten FVU. Zu den günstigsten Anbietern zählen die Stadtwerke Kempen, die Stadtwerke Bielefeld und Technische Betriebe Solingen.

In den neuen Bundesländern liegt der durchschnittliche Wärmepreis bei 87,19 €/MWh (1.500 h/a) bzw. 80,42 €/MWh (2.000 h/a) und ist damit nach wie vor deutlich höher als in den alten Bundesländern. Zu den teuersten FVU im Osten zählen die Stadtwerke Frankfurt/Oder, Energieversorgung Gera (Sekundärnetz) und Stadtwerke Forst; die günstigsten FVU sind Vattenfall Europe Wärme in Berlin, Stadtwerke Rostock und Thüringer Energie mit Sitz in Erfurt.

„Unser Preisvergleich zeigt, dass der Wärmepreis bei den meisten FVU sehr stark von der Benutzungsdauer abhängt“, sagt Volker Stuke, Hauptgeschäftsführer des VEA. Unternehmen sollten daher die Höhe ihrer benötigten Wärmeleistung kennen und diese bei Vertragsabschluss angeben, empfiehlt der VEA-Geschäftsführer. Bestehende Verträge sollten hinsichtlich vereinbarter Wärmeleistung überprüft und ggf. korrigiert werden.

Der diesjährige VEA-Fernwärmepreisvergleich umfasst für die alten Bundesländer 65 FVU mit insgesamt 67 Fernwärmenetzen und für die neuen Bundesländer 20 FVU mit 21 Netzen. Damit sind am Fernwärmepreisvergleich 85 FVU mit insgesamt 88 Netzen beteiligt.

Lesen Sie dazu auch:

Solare Fernwärme: Beachtliches Wachstum auf allerdings noch geringem Niveau

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein