Universität Siegen entwickelt „praxistaugliche Lösungen“ für besseres Energiemanagement

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In dem jetzt zu Ende gegangenen Forschungsprojekt „Living Lab Energy & Environment“ hat die Universität Siegen drei Jahre lang mit Unternehmen Hand in Hand gearbeitet, um praxistaugliche Lösungen für ein besseres Energiemanagement zu entwickeln. In den „living labs wurde direkt bei potenziellen Nutzern ein modulbasiertes Energiemanagementsystem entwickelt. Es sei speziell auf die Bedürfnisse und Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet und passe sich flexibel an bereits existierende IT-Infrastrukturen in den Betrieben an, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

Grundlage des Systems sei dabei die automatische Erfassung und Aufbereitung von Energiedaten. Über Sensoren werde der Energieverbrauch des Unternehmens in Echtzeit festgestellt und interpretiert. Anhand der Daten ließen sich beispielsweise der Verbrauch einzelner Maschinen oder die Energiekosten pro Produkt ermitteln. Unternehmen hätten so die Möglichkeit, zu reagieren und ihren Energieverbrauch entsprechend zu optimieren.

Das Projekt hat gezeigt, wie herausfordernd und zugleich unabdingbar wichtig es ist, die Gestaltung von neusten IT-Anwendungen in der Unternehmenspraxis zu erforschen“, sagte der Projektverantwortliche der Uni Siegen, Prof. Volker Wulf vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien. Die Übertragung der im Labor entwickelten theoretischen Lösungen in die Unternehmen hinein sei eine besondere Herausforderung im Rahmen des Projektes gewesen, bestätigte auch sein Kollege Prof. Gunnar Stevens: „Es galt, Betriebsdaten und Energiedaten in den einzelnen Betrieben zusammenzubringen. Dazu müssen die Daten transportiert und gespeichert werden – unter Berücksichtigung der jeweiligen IT-Sicherheitskonzepte in den Unternehmen.“

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Die im Forschungsprojekt entwickelten Kompetenzen und Lösungen sollen im Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) langfristig gebündelt und an Energiemanagement interessierten Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Sie können sich dort beim „Center für Green Process Management“ zum Nutzen eines Energiemanagementsystems für den eigenen Betrieb, Finanzierungsmöglichkeiten und den notwendigen Schritten zur praktischen Implementierung des Systems beraten lassen. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Projekts verschiedene Software-Lösungen entwickelt, die auch einzeln nutzbar sind, heißt es. Dazu zählen beispielsweise die Anwendung „open. DASH“ zur Visualisierung von Energiedaten oder der Strompreisrechner „energysim“. Er soll Unternehmen helfen, ihren Stromeinkauf zu optimieren und auf diese Weise bis zu 34 Prozent Energiekosten einzusparen. Das Projekt Living Lab Energy & Environment hat 2014 begonnen und ist im März 2017 zu Ende gegangen. Es wurde vom Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Unter Federführung der Universität Siegen waren als Partner die Sparkasse Siegen, statmath GmbH, ASEW, Qosit Softwaretechnik GmbH, Devolo AG und das Fraunhofer FIT an dem Projekt beteiligt.

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