Uni Freiburg: Windkraft könnte 40 Prozent des Stromverbrauchs decken

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Windenergieanlagen (WEA) könnten 40 Prozent des derzeitigen Stromverbrauchs in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Freiburg in ihrer Studie „Achieving Germany’s wind energy expansion target with an improved wind turbine siting approach“, die in der Fachzeitschrift „Energy Conversion and Management“ veröffentlicht wurde. Voraussetzung sei, dass die Betreiber die Anlagen optimal auf dem deutschen Festland verteilen.

Um die nutzbare Windenergie abzuschätzen, wurde ein neues dreidimensionales Modell entwickelt. Grundlage der Kalkulation sind die Neuinstallationen im Jahr 2017. Bleibe diese bis 2030 konstant, könne Deutschland den errechneten Wert erreichen, so die Wissenschaftler.

Effizienz steigern – Repowering birgt großes Potenzial

Im Kern der Untersuchung geht es darum, die Effizienz zu steigern, mit der die Windkraft genutzt wird. Insbesondere das Repowering ermöglicht nach Ansicht der Forschenden enorme Ertragsteigerungen von bis zu mehreren Hundert Prozent. Dadurch ließen sich die Stromgestehungskosten deutlich auf ein Niveau reduzieren, das vergleichbar mit dem von Braunkohlestrom sei. Um das aktuelle 65-Prozent-Ausbauziel der Bundesregierung erreichen zu können, müsse jedoch ein erheblicher Teil der 30.000 Windenergieanlangen erneuert, und 6.000 weitere Anlagen müssten zusätzlich installiert werden.

Auf die Verteilung kommt es an

Mit dem Modell der Uni Freibung sollen sich die verfügbaren Windressourcen für alle gängigen Anlagetypen bestimmen lassen können. Auch das Ausbauziel könne damit beliebig angepasst werden, heißt es. Die Wissenschaftler sollen mit dem Modell Szenarien entwickeln und beurteilen können, in denen die Anlagendichte, die Ausbaustrategie und die Repowering-Intensität variiert werden.

Das Modell ermögliche es außerdem, eine ausgewogene räumliche Verteilung einzuplanen. „Eine überproportionale Konzentration in bestimmten Regionen wird dadurch grundsätzlich vermieden“, fasst Christopher Jung von der Uni Freiburg zusammen. Zudem berücksichtige der Algorithmus, dass die Anzahl neu zu installierender Anlagen so gering wie möglich gehalten werde. 

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