UBA: Politik muss bei Energieeffizienz von Wohngebäuden richtige Anreize setzen

Nach Sanierungen können Altbauten sparsam beheizt werden

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Die Energieeffizienz von Wohngebäuden steigt laut einer neuen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zwar, jedoch immer langsamer. Damit der Gebäudesektor die Energie- und Klimaziele 2030 und 2050 erreicht, muss die Politik, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger, jetzt schnell die richtigen Anreize setzen, vor allem für Einfamilienhäuser. Dafür brauche es eine ausgewogene Mischung an Instrumenten: Ordnungsrecht, Förderung und Information.

In der Studie hat das UBA bundesweite Daten zu Energieverbrauch und Modernisierungsstand von Wohngebäuden von 2002 bis heute ausgewertet. „Sanierungen im Altbau und Neubaustandards wirken und tragen mit geringerem Energieverbrauch zum Klimaschutz bei“, erklärte Krautzberger. Von 2008 bis 2020 soll der Wärmebedarf von Gebäuden um 20 Prozent verringert werden, bis 2030 sollen ihre CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 2014 sinken, und bis 2050 soll sogar ein klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden.

Die Studie bestätigt, so die UBA-Präsidentin, wie gut energetische Sanierungen wirken: Nach umfassenden Sanierungen könnten Altbauten fast so sparsam beheizt werden wie Neubauten. Gleichzeitig gebe es auch Neubauten und sanierte Altbauten mit hohem Energieverbrauch – das zeigten die immer noch sehr großen Unterschiede im Energieverbrauch innerhalb dieser Gruppen. Dabei spiele auch das Nutzerverhalten eine Rolle. Die Daten zeigten auch, wieviel effizienter Sanierungen und Neubauten sein können, wenn gute Standards gewählt und die Häuser anschließend effizient betrieben werden.

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Gute Standards und breites Informationsangebot nötig

Damit die Klimaziele für den Gebäudesektor erreicht werden, empfiehlt das UBA eine Reihe verschiedener Maßnahmen, darunter energetische Anforderungen an Neubauten und Sanierungen, die dem Stand der Technik entsprechen, das heißt etwa KfW-40- bzw. KfW-55-Standard. Darüber hinaus müssten weitere Instrumente Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit sicherstellen. Ein breites Informationsangebot, zum Beispiel mit einem individuellen Sanierungsfahrplan, transparenten Heizkostenabrechnungen und Beratungsnetzwerken, könne den Instrumenten-Mix ergänzen.

Das Projekt „Empirische Wohngebäudedaten“ macht die Datenbank der gemeinnützigen co2online GmbH erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Inzwischen enthält sie über eine Million anonymisierte Datensätze, die während langjähriger Beratungsarbeit mit den „Energiesparchecks“ von co2online gesammelt wurden, heißt es seitens des Umweltbundesamtes. Als Kennwert für die Energieeffizienz von Wohngebäuden dient der Heizenergieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser, bezogen auf die Wohnfläche und bereinigt von Witterungseinflüssen.

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