Turmhersteller Max Bögl kündigt Kurzarbeit an

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Die Firma Max Bögl wird die Produktion von Windkrafttürmen in Osterrönfeld im Herbst reduzieren. Die reduzierte Auslastung soll mit Kurzarbeit überbrückt werden, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber EUWID. Die Kurzarbeit betreffe den gesamten Standort in Schleswig-Holstein. Dort sind etwa 200 Personen beschäftigt.

Als Begründung führt das Bauunternehmen mit Hauptsitz im bayerischen Sengenthal die veränderte Auftragslage durch das Ausschreibungssystem im EEG 2017 an. Durch die Veränderungen der Ausschreibungen mit dem EEG 2017 und der Verzerrung der Marktrahmenbedingungen, kommt es dem Unternehmen zufolge 2018 zu einem maßgeblichen Einbruch der zu realisierenden Windkraftstandorte. „Sollten die neugeschaffenen Rahmenbedingungen des EEG nicht schnellstmöglich durch die Politik wieder korrigiert werden, sehen wir eine nachhaltige Schwächung des Innnovationsstandorts Deutschland im Bereich der erneuerbaren Energien und eine Gefährdung der zukünftigen Ausbauziele in Deutschland”, sagte die Mitarbeiterin Nancy Fürst.

Standort muss Produktionsleistung anpassen

Der Standort Osterrönfeld werde aber weiterhin Betonelemente für hybride Windkrafttürme produzieren. Beliefert werden 2018 verstärkt angrenzende europäische Länder. Entsprechend passe man die Produktionsleistung an den Bedarf in Deutschland und den weiteren Zielmärkten in der EU an, heißt es weiter.

Der Bundesverband Windenergie in Schleswig-Holstein sieht in der angekündigten Kurzarbeit des Turmherstellers von Windkraftanlagen Max Bögl nur den Anfang einer absehbaren Beschäftigungskrise der gesamten Branche. „Weitere Unternehmen werden folgen, denn diese dramatische Entwicklung ist eine direkte Folge der aktuellen Ausschreibungsregeln, mit der die Bundespolitik die Branche seit 2017 im Wettbewerb gegeneinander antreten lässt“, erklärte am Freitag in Kiel der Landesgeschäftsführer des Verbandes, Marcus Hrach. Das neue zentrale Ausschreibungsverfahren wirke existenzgefährdend, sagte Hrach. Hier seien Kurskorrekturen dringend notwendig.

„Wir fordern auch für die Bürgerenergie schnellstmöglich und dauerhaft eine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) gesetzlich festzulegen. Dadurch wird die Realisierungswahrscheinlichkeit von Windenergieprojekten erhöht und spekulatives Bieterverhalten unterbunden“, so Hrach.

Durch die langen Realisierungsfristen bei Bürgerenergieprojekten zeichnet sich konkret ein deutlicher Auftragseinbruch bei der Bestellung von Windenergieanlagen ab. Es droht ein Fadenriss beim Ausbau von Windenergie an Land in den Jahre 2018 und 2021 durch nicht realisierte Projekte und die Spekulation auf sinkende Anlagenpreise. „Zusätzlich gibt es im Gesetz keine Pläne, nicht realisierte Projekte wieder auszuschreiben, obwohl der Zubau gesetzlich geplant ist”, erläutert Hrach. „Um den Ausbaupfad nicht zu gefährden fordern wir die erneute Ausschreibung von nicht realisiertem Volumen“, erklärt Marcus Hrach.

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