Tübingen: swt kaufen PPA-Solarpark von Energiekontor

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Neckarfront-Tübingen
Neckarfront in Tübingen mit Hölderlinturm (Bildquelle: EUWID)

Die Energiekontor AG hat insgesamt drei Solarparks an die Stadtwerke Tübingen (swt) mit einer Gesamtleistung von 13,3 MW verkauft. Das Besondere an dem Deal: Einer der Solarparks wird außerhalb des EEG über ein Power Purchase Agreement (PPA) vergütet. „Das ist ein absolutes Novum im Solarbereich in Deutschland und ein erster wichtiger Meilenstein zur Entwicklung eines PPA-Marktes in Deutschland“, heißt es in einer Mitteilung von Energiekontor.

Zwei der Solarparks liegen in Bayern (Gefrees und Absberg) und einer in Brandenburg (Karstädt). Bereits 2016 hatten die swt den Solarpark Nadrensee (Mecklenburg-Vorpommern) von der Energiekontor AG erworben. Die drei Solarparks werden voraussichtlich durchschnittlich rund 14 GWh jährlich generieren. Bei zwei Solarparks erfolgt die Vergütung auf Basis der Zuschlagspreise, die in den EEG-Ausschreibungen im Jahr 2019 erzielt wurden.

„Die Entwicklung von Solarparks wird für Energiekontor zunehmend wichtiger. Wir konnten hier zuletzt die Schlagzahl deutlich erhöhen und haben noch eine Vielzahl von Projekten in der Pipeline“, sagt Peter Szabo, Vorstandsvorsitzender der Energiekontor AG.

swt: Inzwischen 56 Prozet des Tübinger Strombedarfs aus regenerativen Quellen

Die Stadtwerke Tübingen decken nach eigenen Angaben mittlerweile 56 Prozent des gesamten Tübinger Strombedarfs aus eigener Ökostrom-Erzeugung. Der regenerativ erzeugte Strom aus den drei neuen Solarparks schraubt die Eigenerzeugung auf insgesamt 223,5 GWh pro Jahr.

Mit Blick auf das erworbene PPA-Projekt strebten die Stadtwerke Tübingen perspektivisch eine Direktvermarktung an die eigenen swt-Stromkunden an, wodurch keine EEG-Förderung mehr notwendig sei. „Möglich wird dies allerdings erst nach Ablauf der von der Energiekontor AG bereits vor der Übernahme der drei Solarparks durch die swt festgesetzten Vertragslaufzeiten mit anderen Vermarktern“, heißt es bei den swt.

Die Solarparks stehen auf für die Landwirtschaft weniger bedeutsamen Gebieten. Trotzdem seien bei der Projektentwicklung durch Energiekontor zusätzliche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt worden: So wurden Ausgleichsflächen für den Artenschutz geschaffen, Hecken und Bäume zum Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft gepflanzt und die Mähvorgänge rund um die PV-Installationen auf ein Minimum reduziert. Weitere freiwillige Maßnahmen, zu denen Nistkästen, Schafbeweidung oder auch Insektenhotels gehören, sind durch die swt noch in Prüfung.

Umfassende Information zum Thema PPA im EUWID-Dossier:

Geschäftsmodell Power Purchase Agreement (PPA): Potenzial zum Megatrend?

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