Thüringen will bis spätestens 2040 komplett auf Erneuerbare umsteigen

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Symbolbild Energiewende
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Das Bundesland Thüringen will ein Energiekonzept mit dem Ziel ausarbeiten, bis spätestens 2040 einen 100-prozentigen Anteil an erneuerbaren Energien zu erreichen. Dabei soll es sich um einen Mix aus Solar- und Windenergie, Biomasse und Wasserkraft handeln. Die Landesverwaltung soll zudem bis 2030 klimaneutral werden. Das geht es dem Koalitionsvertrag 2020 der Regierungsparteien Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Mit Hilfe eines Landesprogramms sollen mehr Flächen für Photovoltaik und Solarthermie vorrangig auf Dächern und Fassaden sowie in Solarparks erschlossen werden. Windenergie, Photovoltaik und Solarthermie sollen ausgebaut werden.

Bioenergiegewinnung soll sich auf Rest- und Abfallstoffe konzentrieren

Bei der Biomasse steht für die Regierungsparteien die Nutzung von Abfällen und Reststoffen im Vordergrund. „Wir unterstützen die Optimierung und Umrüstung auf einen flexiblen Betrieb sowie die Integration in die Gas- und Wärmenetze“, heißt es zudem im Koalitionsvertrag. Im Bereich der Abwasserentsorgung sollte nach Ansicht der Parteien die Klärgasgewinnung gestärkt werden.

Umfangreicher Begleitung bedürfe es bei der Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Insbesondere angesichts der weitreichenden Chancen für neue Wertschöpfung in Thüringen müssten entsprechende Pilotprojekte wie beispielsweise virtuelle Kraftwerke umfangreich unterstützt werden.

Koalitionspartner wollen Elektromobilität voranbringen

Im Mobilitätsbereich soll die Förderung des Landes stärker auf den strombasierten Nahverkehr (Straßenbahnen, Elektrifizierung von Bahnstrecken etc.) ausgerichtet werden. Den Fuhrpark der Thüringer Landesverwaltung wollen die Koalitionspartner schrittweise auf Elektrofahrzeuge und Fahrzeuge mit anderen alternativen Antrieben umstellen. Entsprechende Anreize für die Umstellung der kommunalen Fuhrparks wollen sie ebenfalls auf den Weg bringen.

Neben der finanziellen Förderung benötigen insbesondere kleinere Kommunen ohne eigenen Klimaschutzmanager mehr fachliche Unterstützung, so die Parteien. Quartierslösungen für Wärmeversorgung und energetische Sanierung seien oft sinnvoll, benötigten aber erhebliche Unterstützung bei der Analyse der Optionen und bei der Projektentwicklung. Die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) soll folglich soweit gestärkt werden, dass sie Kommunen bei der Problemidentifikation, Antragstellung, Gründung von Energiegenossenschaften, Personalaufbau, Vernetzung und Projektbearbeitung qualifiziert beraten kann.

Die Koalitionspartner bekennen sich ausdrücklich zu den Thüringer Stadtwerken als wichtige Partner in der Energiewende. „Deshalb wollen wir insbesondere kleinere Stadtwerke und Kommunen beim Auf- und Umbau ihrer für die Wärmewende wichtigen Nah- und Fernwärmeversorgung besser unterstützen“, heißt es. Dies umfasst die systematische Analyse der Nutzung möglicher neuer Fernwärmequellen aus erneuerbaren Energien (Geothermie, Solarthermie, Groß-Wärmepumpen, Bioenergie, etc.).

Mehr Beratung für Wohnungsbaugesellschaften und Dialog mit Bürgern

Angesichts einer anstehenden neuen Sanierungswelle der Gebäude und der Gebäudetechnik soll ein umfangreiches Beratungsprogramm für die Wohnungsgesellschaften zur Nutzung emissionsarmer Technologien aufgebaut werden. Zudem sollen über ein Dialogforum Energiewende flächendeckend und möglichst in Kooperation mit Initiativen vor Ort Informations- und Diskussionsveranstaltungen für Bürger organisiert werden. Dort sollen mit lokalen Interessensgruppen dezentrale Lösungen gefunden werden, insbesondere im Zuge der Erstellung der neuen Regionalentwicklungspläne.

Der Koalitionsvertrag kann hier eingesehen werden.

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