Thermische Speicher könnten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Schon heute spielen sie eine deutlich größere Rolle als etwa Power-to-Gas-Lösungen. Nach Daten des Bundesverbands Energiespeicher Systeme (BVES) wurde mit Wärmespeichern im vergangenen Jahr in Deutschland ein Umsatz von 950 Mio. € erwirtschaftet. Die Möglichkeiten, Wärme zu speichern, sind vielfältig. Einen Ansatz, der auf der Speicherung der Wärme in Beton basiert, hat das Unternehmen EnergyNest entwickelt – und zieht damit zunehmend das Interesse der Energiebranche auf sich.

Mit Siemens Energy will EnergyNest nun langfristig kooperieren. Eine entsprechende Zusammenarbeit im Bereich thermischer Energiespeicher für Industriekunden haben die Unternehmen jetzt angekündigt. Aufbauend auf der marktreifen und patentierten Thermischen Batterie von EnergyNest soll die Technologie in Projekten von Siemens Energy integriert werden. Beide Unternehmen wollen binnen eines Jahres geeignete Kundenprojekte identifizieren und gemeinsam umsetzen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen.

Bildquelle: EnergyNest

Beide Unternehmen wollen gemeinsam „besonders kosten- und energieeffiziente“ thermische Speicherlösungen für die industriellen Kunden von Siemens Energy entwickeln. Diese thermischen Speicher sollen modular und industriell standardisierte Lösungen sein.

„Energiespeicher sind der Schlüssel zu einer dekarbonisierten Welt“, sagt Jörn Schmücker, CEO Large Rotating Equipment bei Siemens Energy und Verantwortlicher für die Kooperation. „Mit Future of Storage und unserer Kooperation mit EnergyNest sind wir in der Lage, unseren Kunden genau die Lösungen anzubieten, die zu einer nachhaltigen Dekarbonisierung des Industriesektors beitragen – mit dem großen Vorteil, die Effizienz und Wirtschaftlichkeit ihrer Anlagen zu verbessern.“

Solarthermiekraftwerk in Italien setzt auf Beton-Wärmespeicher von EnergyNest

Die Technologie von EnergyNest wird bereits bei industriellen Projekten eingesetzt. Hierzu zählt eine Thermische Batterie für ein Solarthermie-Kraftwerk des italienischen Energieunternehmen Eni, die bereits produziert ist. Im Gela-Projekt wird die thermische Batterie von EnergyNest zwischen eine bestehende solarthermische Anlage und eine Dampfturbine zur Stromerzeugung geschaltet. Die Anlage soll während des Tages Solarwärme erzeugen und in der thermischen Batterie von EnergyNest speichern. In den Nachtstunden gibt die thermische Batterie von EnergyNest diese Wärme für die Erzeugung von Dampfstrom ab, der bis dato durch die Verbrennung fossiler Kraftstoffe gewonnen wurde.

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Bei einem zweiten Projekt setzt der österreichische Ziegelsteinhersteller Senftenbacher einen Speicher von EnergyNest ein, der Abwärme speichert und für einen anderen Prozessschritt wieder nutzbar macht. Ein drittes Projekt befindet sich nach Angaben des Technologieanbieters derzeit in der Entwicklungsphase: Im niederländischen Kraftwerk Sloe Centrale soll überschüssiger Windstrom Erdgas ersetzen. Die Thermische Batterie soll mit günstiger erneuerbarer Energie aufgeladen werden und liefert bei Bedarf hochwertigen Dampf. Hierdurch könne auch hier der Bedarf an fossiler Energie (im vorliegenden Fall Erdgas) gesenkt und die Flexibilität des Kraftwerks erhöht werden.

Speicherfähigkeit über Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren ohne Beeinträchtigung

Die Thermischen Batterien von EnergyNest sind in den Abmessungen von 20-Fuß-Standardcontainern (6x2x2 Meter) konzipiert. Als Speichermedium kommt der Hochleistungsbeton „Heatcrete“ zum Einsatz, der laut EnergyNest in Bezug auf Wärmeleitfähigkeit, Wärmekapazität und mechanische Festigkeit mit einer Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren „ohne jegliche Beeinträchtigung“ ausgezeichnet geeignet sei. Die Vereinbarung mit Siemens Energy sieht man beim norwegischen Technologieunternehmen mit weiteren Niederlassungen in Hamburg und Sevilla als weiteren Nachweis für die Marktreife der Speicherlösung. „Wir liefern unseren Kunden eine Antwort auf die Frage, wie sie für die Zukunft gewappnet sein können, daran ändert auch Covid-19 nichts“, sagt Christian Thiel, CEO von EnergyNest. (Nachweis für Beitragsbild: EnergyNest)

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