Tennet verlegt Seekabel Nordlink in der Nordsee

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Seekabelverlegung Nordlink
Quelle: Tennet

Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat mit der Verlegung des Seekabels „Nordlink“ in der deutschen Nordsee begonnen. 99 Kilometer Stromkabel werden in den kommenden Wochen zwischen der Kabelanlandung am schleswig-holsteinischen Deich bei Büsum durch das Wattenmeer bis südwestlich der Insel Sylt in den Meeresboden eingespült.

2019 sollen weitere 55 Kilometer Seekabel im deutschen Offshorebereich bis zur Grenze der dänischen Hoheitsgewässer verlegt werden. Dieses werde mit einem 228 Kilometer langen Kabelabschnitt im dänischen Nordseebereich, das in 2018 und 2019 zu verlegen sein wird, verbunden.

Austausch zwischen deutscher Windenergie und norwegischer Wasserkraft

Die Gesamtlänge des Interkonnektors Nordlink beträgt 623 Kilometer und soll eine Kapazität von 1.400 MW haben. Das „grüne Kabel“ werde erstmals die Strommärkte Deutschlands und Norwegens direkt verbinden und diene dem Austausch deutscher Windenergie und norwegischer Wasserkraft, so Tennet. Für das Projekt „Nordlink“ sind bis zu zwei Mrd. € veranschlagt.

Nordlink Abschnitte
Nordlink Abschnitte (Quelle: Tennet)

Ein 134 Kilometer langer Seekabelabschnitt in den norwegischen Hoheitsgewässern sei bereits fertig gestellt. Der Bau der 53 Kilometer langen Freileitung auf dem norwegischen Festland werde voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein. Auf dem deutschen Festland werde Nordlink ab 2019 auf einer Strecke von 54 Kilometern als Erdkabel zwischen dem Büsumer Deich und der Konverterstation Wilster im Kreis Steinburg verlegt.

Strenge Naturschutzauflagen einzuhalten

Die Seekabelarbeiten im deutschen Sektor werden nach Tennet-Angaben in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden ausgeführt. Tennet setze dabei strenge Naturschutzauflagen um und sorge im Nationalpark Wattenmeer dafür, dass so umsichtig und rücksichtsvoll wie möglich vorgegangen werde.

Der Landesschutzdeich von Neuenkoog (bei Büsum) wurde bereits im vergangenen Jahr mit zwei jeweils 550 Meter langen Horizontalbohrungen unterquert. In die Bohrlöcher wurden Leerrohre eingezogen. In diese werde im Herbst 2018 das Seekabel eingezogen und später binnendeichs mit dem Erdkabel verbunden.

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