Tennet und Clens kooperieren bei Nutzung von Daten zur Stromerzeugung aus Windkraft

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Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und der Direktvermarkter Clean Energy Sourcing (Clens) arbeiten bei der Nutzung von Winderzeugungsdaten zusammen. Mithilfe der durch Clens zur Verfügung gestellten Daten zur Ist- und prognostizierten Stromerzeugung aus Windenergieanlagen werde Tennet das Engpassmanagement weiter optimieren, teilte Clens mit. Die Kooperation wirke sich positiv auf die Stromkosten und die Systemintegration der erneuerbaren Energien aus.

In Zeiten hoher Stromeinspeisung komme es in Deutschland aufgrund zu geringer Netzkapazitäten und eines noch immer zu inflexiblen Energiesystems zu punktuellen Überlastungen des Stromnetzes. Insbesondere in Schleswig-Holstein, das den nördlichen Teil der Tennet Regelzone darstelle, müsse der Übertragungsnetzbetreiber an windstarken Tagen häufig stabilisierende Netzeingriffe durchführen, um eine Überlastung einzelner Netzelemente zu verhindern. Durch das Einspeisemanagement gehe nicht nur wertvoller Grünstrom verloren, es entstünden aufgrund von Entschädigungszahlungen zudem Kosten, die sich über die Netzentgelte auf den Strompreis auswirkten.

Es sei daher das Anliegen von Tennet und Clens, das Engpassmanagement in der Region gemeinsam effizienter zu gestalten. Clens sei als Direktvermarkter für zahlreiche Windenergieanlagen tätig und verfüge daher über anlagenspezifische Informationen zur Ist- und prognostizierten Stromeinspeisung sowie zur Umsetzung von Einspeisemanagement-Maßnahmen. Diese Daten zur tatsächlichen und möglichen Erzeugung wird Clens zukünftig online für Tennet bereitstellen.

Übertragungsnetzbetreiber will Einspeisemanagement optimieren

Mittels der Daten könne der Übertragungsnetzbetreiber zum einen besser einschätzen, mit welcher Leistung die Windkraftanlagen ohne Reduktion einspeisen würden und zum anderen, mit welcher Leistung die Windkraftanlagen nach Beendigung des Einspeisemanagements die entsprechenden Netzknoten wieder belasten würden.

Zeitnahe Daten zur Erzeugung von Erneuerbaren immer wichtiger

„Mit dem stetig wachsenden Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung werden zeitnahe Daten zur Erzeugung von Erneuerbaren immer wichtiger. Wir können durch die digitale Datennutzung die Einspeisung der Windkraftanlagen noch genauer auf die Netzerfordernisse abstimmen und erreichen somit, dass wir das Stromnetz auch mit einem wachsenden Anteil an fluktuierendem Grünstrom sicher und wirtschaftlich betreiben“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Tennet TSO, Urban Keussen: „Die enge Zusammenarbeit von Tennet und Clens sehen wir als wichtigen Meilenstein der Digitalisierung der Energiewirtschaft. Transparenz und Prognose zu Erzeugungsdaten würden auf allen Spannungsebenen helfen, das Übertragungsnetz sicher und wirtschaftlich zu betreiben.“

Clens will über virtuelles Kraftwerk Flexibilisierung vorantreiben

Für Clens sei es ein zentrales Anliegen, die Flexibilisierung des Energiesystems in Europa voranzutreiben. „Über unser virtuelles Kraftwerk, das auf der eigenentwickelten Systemplattform EC24 basiert, steuern wir deutschlandweit flexible Erzeuger, Verbraucher und Speicher entsprechend den aktuellen und prognostizierten Marktpreisen auf den Kurzfrist- und Regelenergiemärkten sowie den Anlagen-Livedaten“, so der Leiter Energiepolitik und Kommunikation bei Clens, Daniel Hölder: „Die Anlagen-Livedaten und Einspeiseprognosen liegen uns durchgehend vor. Durch den Austausch der Daten mit Tennet stärken wir die Systemsicherheit, senken die Energiekosten und zeigen, dass wir die Integration der Erneuerbaren bereits heute erfolgreich umsetzen!“ Im Rahmen der Kooperation stelle der Direktvermarkter dem Übertragungsnetzbetreiber Echtzeitdaten aus Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von über 800 MW zur Verfügung.

Erst vor kurzem hatte Tennet bekannt gegeben, mit Statkraft beim Austausch von Daten zur Ist- und zur möglichen Erzeugung von Windenergieanlagen zu kooperieren. Ziel sei eine verbesserte Marktintegration erneuerbarer Energien durch eine partnerschaftliche und transparente Zusammenarbeit. „Wir stellen Echtzeitdaten aus sieben fernsteuerbaren Windparks bereit. Dies ist ein Schritt hin zu mehr Transparenz und einer besseren Koordination der Aktivitäten zwischen unterschiedlichen Marktakteuren, die sich heute eher punktuell austauschen”, hatte der Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH, Stefan-Jörg Göbel erklärt.

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