Tennet steigert Offshore-Kapazitäten auf 6.232 MW

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Bildquelle: Tennet TSO GmbH

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat inzwischen elf Offshore-Netzanschlusssysteme mit zusammen 6.232 MW Kapazität an das Stromnetz angeschlossen. Damit erfüllt Tennet schon jetzt nahezu komplett das Ausbauziel der Bundesregierung, das Offshore-Windkapazitäten von 6.500 MW bis zum Jahr 2020 vorsieht.

Tennet-Geschäftsführer Wilfried Breuer sieht dieses Ziel schon bald als übererfüllt an. So werden mit der Fertigstellung von BorWin3 im Laufe des Jahres 2019 sogar 7.132 MW allein in der Nordsee an Übertragungskapazität in Betrieb sein. Bis Ende 2023 folge mit DolWin6 ein weiteres Anbindungssystem, wodurch dann 8.032 MW an Übertragungskapazität in der Nordsee zur Verfügung stehen würden.

Nordsee-Windkraftwerke produzieren 4,9 Prozent mehr Strom

Die von Tennet aus der Nordsee übertragene Windenergie erreichte im Jahr 2018 mit 16,75 TWh einen neuen Spitzenwert. Das Ergebnis 2018 übertrifft den Vorjahreswert (15,97 TWh) um 4,9 Prozent. Gemessen am Gesamtwindertrag Deutschlands (106,45 TWh, Offshore und Onshore zusammengerechnet) erreicht der Nordsee-Windertrag im Jahr 2017 starke 15,7 Prozent.

Quelle: Tennet

„Es war absehbar, dass die Steigerung der übertragenen Menge an Windenergie von See an Land in 2018 moderater ausfallen würde als in den Jahren zuvor“, sagte Wilfried Breuer, „umso wichtiger ist es, den Netzausbau an Land weiter zu beschleunigen, um möglichst bald die notwendigen Netzkapazitäten an Land zur Verfügung zu haben.“

66-kV-Technologie soll zum Einsatz kommen

Quelle: Tennet

Parallel dazu entwickle und beteilige sich Tennet an zahlreichen innovativen Ansätzen und Projekten bei smarten Zukunftstechnologien, der Digitalisierung und Flexibilisierung des Stromnetzes und dem Vorantreiben der Sektorkopplung. Ein aktueller innovativer Ansatz im Offshore-Bereich sei etwa mit der 66-kV-Technologie geplant, die beim Anschluss der Offshore-Windparks an die künftigen Tennet-Anbindungen DolWin5 und BorWin5 zum Einsatz kommen soll.

Mit dieser Technologie können Tennet zufolge Investitionskosten und Betriebsaufwand im Millionenbereich eingespart werden, weil die Offshore-Umspannplattformen der Windparks entfallen und zudem deutlich weniger Kabel zum Anschluss der einzelnen Windenergieanlagen benötigt werden.

  • Der bisherige Maximalwert der Einspeisungsleistung der Offshore-Windparks in der Nordsee wurde am 15. Dezember 2018 mit 4.773 MW erreicht. Der Kapazitätsausbau der Offshore-Windparks in der Nordsee lag am Stichtag 31.12.2018 bei 5.313 MW.
  • Die Windenergieanlagen in der Ostsee, die nicht zum Tennet-Netzgebiet gehören, haben 2,35 TWh im Jahr 2018 erzeugt. Somit lag der gesamte Offshore-Ertrag Deutschlands bei 19,1 TWh. Zuzüglich 87,35 TWh erzeugter Onshore-Windenergie kommt der Gesamtertrag auf 106,45 TWh.
       

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