Auch in den laufenden Koalitionsverhandlungen der Jamaika-Fraktionen sind immer wieder Stimmen zu hören, die den Erfolg einer schnellen Energiewende in Zweifel ziehen. Ein Argument, das gerne bemüht wird, ist die Volatilität der Energieerzeugung aus Wind- und Solarstrom.

Der wachsende Abstand zwischen maximaler und gesicherter Leistung sei vorläufig nicht beherrschbar oder zumindest sehr teuer, wenn man auf steuerbare fossile Energien verzichtet. Aber stimmt das? Nein, sagt eine wachsende Zahl von Experten und verweist auf eine Vielzahl von Lösungen, die bereits heute existieren, um die Situation im Netz zu verbessern.

Dabei geht es um den Ausbau von Energiespeichern, eine optimierte Laststeuerung mit zu- und abschaltbaren Lasten, oder auch eine intelligente Steuerung der Netze auf den verschiedenen Netzebenen. Gefragt ist hier der politische Wille, Hemmnisse und Hürden für solche Flexibilitätsoptionen zu beseitigen, um sie am Markt zu stärken und der zunehmenden Volatilität in der Erzeugung entgegen zu setzen.

Neue Energieversorgung: Dezentrale Erzeugung, Speicher und Blockchain

EUWID Neue Energie 45/2017
EUWID Neue Energie 45/2017

Ein zukunftsweisendes Projekt testen gerade der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und der Speicherhersteller sonnen. Dabei nutzen die Projektpartner die Potenziale der Blockchain-Technologie, um dezentrale Erzeugungs- und Speicherstrukturen so aufeinander abzustimmen, dass das Netz entlastet wird. Wir stellen das Projekt auf dem Titel der heute erschienenen Ausgabe 45/2017 von EUWID Neue Energie vor (kostenlos testen können Sie EUWID Neue Energie hier).

In der Energiebranche wird das Tennet-Vorhaben mit großem Interesse beobachtet. Die Pilotphase des Projekts werde im Gegensatz zu anderen Blockchain-Projekten mit energiewirtschaftlichem Fokus zeigen, welche komplexen Anforderungen durch Netzdienstleistungen mit der neuen Technologie erfüllt werden können, so Blockchain-Experte Robert Schwarz von Pöyry Management Consulting gegebenüber EUWID. Dabei gehe es unter anderem um Fragen der Transaktionskosten und der Datensicherheit.

Nach dem Prepaid-Handy nun der Prepaid-Strom?

Thematische-Übersicht-EUWID-NE-47/2017
Was ist in der Energiebranche in der vergangenen Woche passiert? Die Übersicht über alle Themen von EUWID Neue Energie 45/2017.

Die Digitalisierung ist ein Megatrend, der die gesamte Energiewirtschaft längst erfasst hat – und nicht nur im Bereich der Netznutzung Optimierungsmöglichkeiten bietet. So könnte der Bezug von Strom über Guthabenkarten ähnlich wie bei Prepaid-Handys bald ein gängiges Tarifmodell für Strom in Haushalten und Unternehmen sein. Der zunehmende Einsatz von Smart Metern werde die Abwicklung entsprechender Angebote erleichtern, heißt es in einer Studie des Wuppertal Instituts.

In der aktuellen Ausgabe finden Sie auch den aktuellen Marktbericht für Altholz. Der Markt zeigt sich im Oktober noch entspannt. Allerdings entwickeln sich mangelnde Transportkapazitäten zu einem „Riesenproblem“, wie die von EUWID befragten Marktteilnehmer deutlich machen.

(Quelle für Beitragsbild: zapp2photo / Fotolia)

Das legen wir Ihnen in EUWID Neue Energie 45/2017 besonders ans Herz:

1. Blockchain zur Netzstabilisierung: Tennet nutzt erstmals Heimspeicher für Redispatch

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat jetzt erstmals erfolgreich vernetzte Heimspeicher unter Verwendung der Blockchain-Technologie für den Redispatch genutzt. Damit starten Tennet und der weltweit größte Stromspeicher-Hersteller sonnen nach einer mehrmonatigen Vorbereitungsphase nun die Pilotphase des Projekts, die bis zum zweiten Quartal 2018 andauern wird.

2. Strom per Prepaid-System aufzuladen könnte bald gängiges Tarifmodell für Versorger sein

Ähnlich wie bei Prepaid-Handys könnte der Bezug von Strom über Guthabenkarten bald ein gängiges Tarifmodell für Strom in Haushalten und Unternehmen sein. Den Bezug von Strom mithilfe von Prepaid-Systemen abzuwickeln, wird durch den zunehmenden Einsatz von Smart Metern erleichtert.

3. Chemiekonzern Clariant baut Zellulose-Ethanol-Anlage in Rumänien

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant, Muttenz, investiert in eine neue kommerzielle Großanlage zur Herstellung von Zellulose-Ethanol auf Basis der „sunliquid“-Technologie. Der Verwaltungsrat hat die Investition bereits genehmigt.

4. Altholzmarkt zeigt sich im Oktober noch weitgehend entspannt

Im Nordwesten Deutschlands entspannt, im Nordosten entspannt und im Süden noch weitgehend entspannt. Mit diesen knappen Worten lässt sich die Lage auf dem Altholzmarkt im Oktober zusammenfassen.

5. Minol-Zenner, EnBW und Netze BW wollen bei Smart Metering zusammenarbeiten

Die Chancen der Digitalisierung des Messwesens gemeinsam nutzen wollen Minol-Zenner, die Energie Baden-Württemberg (EnBW) und die Netze BW. Das ist Gegenstand einer jetzt verfassten Absichtserklärung.

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