Tennet: Knapp 90 km Seekabel der Offshore-Netzanbindung BorWin3 werden jetzt verlegt

Übertragungskapazität von bis zu 900 MW

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Quelle: Tennet

Für einen wesentlichen Teil der Netzanbindung BorWin3 sind jetzt die Arbeiten gestartet. Knapp 90 km Seekabel werden verlegt. Wie der Übertragungsnetzbetreiber Tennet mitteilt, beträgt die Trassenlänge für Watt- und Seekabel bei der Anbindung BorWin3 insgesamt 130 km vom Anlandungspunkt in Hamswehrum nordwestlich von Emden bis zur neu zu errichtenden Konverterstation auf See (BorWin gamma).

Die ersten vier km des Wattkabels sowie 40 km Seekabel im Küstenbereich seien bereits im Herbst 2015 verlegt worden. Nachdem Anfang August in Eemshaven (Niederlande) 64 km vom Kabeltransportschiff Avonborg auf den Kabelleger Cable Enterprise umgespult wurden, könne nun die erste Verlege-Kampagne starten.

Arbeiten mit Verlegeschiff Cable Enterprise bis Mitte September

Zuerst werde mittels einer Muffe die Verbindung zu dem bereits verlegten Kabel hergestellt. Die anschließende Verlegung erfolge mit einem etwa 45 Tonnen schweren Pflug. Zwei 320-Kilovolt-Gleichstromkabel werden zusammen mit einem Lichtwellenleiter-Kabel zur Datenübertragung in den Meeresboden eingegraben. Die erforderliche Mindesttiefe betrage 1,5 Meter. Voraussichtlich bis Mitte September sollen die Arbeiten mit dem Verlegeschiff Cable Enterprise andauern.

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Quelle: Tennet

In der vergangenen Woche wurden bereits 23 Kilometer in Pikkala (Finnland), dem Ort der Seekabelfabrik, auf das Kabelverlegeschiff Atalanti aufgeladen, heißt es. Das Schiff werde dann in Eemshaven für die Kampagne endausgerüstet und anschließend mit der zweiten Kampagne vom Kilometerpunkt 107 bis zum Standort der Konverterplattform BorWin gamma gestartet. Teil der Verlegung wird die Herstellung einer Muffe zwischen beiden Kabeln sein. Mitte/Ende Oktober sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Arbeiten in der landseitigen Konverterplattform in vollem Gange

Das 30 km lange Landkabel von Hamswehrum bis nach Emden wurde den Angaben zufolge bereits 2015 verlegt, die Arbeiten in der landseitigen Konverterplattform seien in vollem Gange. Die Offshore-Konverterplattform und das Jacket, die Unterkonstruktion, sollen im Frühjahr 2018 folgen.

Der vor der Küste Niedersachsens auf See produzierte Windstrom wird als Drehstrom auf eine Konverterplattform von TenneT geleitet, dort in Gleichstrom umgewandelt und insgesamt 160 km bis zur neuen Konverterstation Emden/Ost transportiert. Hier wird der Strom wieder in Drehstrom umgewandelt und im benachbarten Umspannwerk ins Höchstspannungsnetz eingespeist. Im Jahr 2019 soll der Anschluss in Betrieb gehen.

BorWin3 gehöre zu den mittlerweile insgesamt 13 Offshore-Netzanbindungsprojekten, die Tennet realisiert und beauftragt habe. Mit den derzeit neun in Betrieb befindlichen Netzanbindungssystemen stünden inzwischen rund 5.200 MW Anbindungskapazität zur Verfügung. Damit seien bereits mehr als 80 Prozent des Ausbauzieles der Bundesregierung erfüllt, das Offshore-Windkapazitäten von 6.500 MW bis zum Jahr 2020 vorsieht. Mit dem Projekt BorWin3 könnten Windparks mit einer Übertragungskapazität von bis zu 900 MW ans Netz angeschlossen werden.

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