Studie: Deutschland derzeit kein Leitmarkt bei Energiespeichern für die Elektromobilität

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Einer aktuellen Studie des Fraunhofer ISI zufolge ist Deutschland derzeit kein Leitmarkt für Fahrzeugbatterien. Führend seien in diesem Segment die USA und Japan, die den mit Abstand größten Anteil der Elektrofahrzeug-Produktion erbringen. Beiden Ländern gelinge dies unter anderem durch den großen heimischen Absatz, der durch finanzielle Kaufanreize gestützt wird. Bedingt durch die vielen Fahrzeuge hätten die beiden Länder auch den mit Abstand höchsten Anteil am weltweiten Bedarf nach Lithium-Ionen-Batterien, führte das Fraunhofer ISI weiter aus. Die japanische Industrie exportiere zudem mehr als 60 Prozent ihrer hergestellten Batteriezellen – unter anderem in die USA. „Damit ist Japan der aktuell führende Leitanbieter.“

Ein Leitmarkt definiert sich durch eine frühe Nachfrage, die eine entsprechende heimische Industrieansiedlung und Wertschöpfung nach sich zieht. „Leitanbieter ist, wer heute oder in naher Zukunft die nachgefragten Produkte herstellt, erfolgreich exportiert und dadurch eine hohe inländische Wertschöpfung erzielen kann“, berichten die Forscher. Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu machen. Dabei spielt die Batterie eine zentrale Rolle, da sie mit 30 bis 40 Prozent heute noch einen hohen Anteil an den gesamten Herstellungskosten der Elektrofahrzeuge hat. Die vom Bundesforschungsministerium unterstützte Studie untersucht, ob sich Deutschland im Bereich der Batterietechnologien für Elektrofahrzeuge auf dem Weg zum Leitmarkt und Leitanbieter befindet. Deutschlands Positionierung im Batteriebereich wurde dabei in einem umfassenden Benchmarking auf der Basis von 33 Indikatoren erhoben und mit den weltweit führenden Ländern im Bereich der Energiespeicher für die Elektromobilität – Japan, Korea, China, den USA und Frankreich – verglichen. Zu den untersuchten Indikatoren gehören unter anderen Forschungsförderung, Publikationen, Patente, Batterie-Produktionskapazitäten sowie Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen und Marktanreizprogramme.

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