Studie: Bei energetischer Gebäudesanierung sind deutlich größere Anstrengungen als bisher notwendig

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Vor allem Haushalte mit unterdurchschnittlichem Einkommen belastet die von der Bundesregierung geforderte energetische Sanierung von Wohngebäuden finanziell. Denn sie verteuert das Wohnen erheblich – insbesondere wenn der Einsatz bestimmter Technologien oder Energien bei der Sanierung vorgeschrieben wird. Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsam vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) und dem Forschungscenter Betriebliche Immobilienwirtschaft an der TU Darmstadt (FBI) erstellte Studie im Auftrag des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). Mit der Studie befasst sich der Titelbericht von Ausgabe Nr. 17 von EUWID Energieeffizienz. Die aktuelle Ausgabe erscheint heute mit 80 Nachrichten und Berichten auf 24 Seiten. Sie beinhaltet unter anderem Unternehmensmeldungen über die Stadtwerke Leipzig, Vattenfall, die Stadtwerke Hannover, die EnBW, EMH metering, die Wärmeversorgung Binningen, EBM, Stiebel Eltron sowie Ochsner Wärmepumpen und RWE Energiedienstleistungen. Außerdem berichtet EUWID über die Halbjahreszahlen der KfW Bankengruppe. Die Förderbank hat im ersten Halbjahr 2013 mit 5,1 Mrd. € leicht mehr im Bereich Umwelt ausgegeben als im ersten Halbjahr 2012 mit 4,9 Mrd. €. Laut einer Aktuellen Umfrage, die TNS Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) durchgeführt hat, wird es für Verbraucher es immer einfacher, zum Stromerzeuger zu werden. Mit Solaranlage und Batteriespeicher können sie ihren eigenen Strom produzieren und selbst nutzen. Sechs Prozent der Deutschen machen das bereits und werden damit unabhängiger von ihrem Energieversorger. Auch die Universität Stuttgart hat eine neue Studie vorgestellt, die Metastudie „Energieeffizienz in Deutschland“. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Energieeinsparziele der Bundesregierung mit den derzeitigen Anstrengungen und unter heutigen Rahmenbedingungen klar verfehlt werden, und dass pauschale Einsparquoten die vollständige Ausschöpfung sektoraler Einsparpotenziale hemmen. Die Studie zeigt auf, welchen Beitrag einzelne Maßnahmen bisher zur Energieeffizienz in Deutschland geleistet haben und welche Potenziale zwar bekannt sind, aber bisher noch nicht gehoben wurden. Einer aktuellen Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting zufolge steht das Thema Smart Energy noch in den Startlöchern. Auch ohne flächendeckende Smart-Meter-Verbreitung ließen sich Stromverbrauch und -erzeugung über neue Preismodelle und Anreizprodukte steuern. Viele Anbieter stünden allerdings bei der Entwicklung und Vermarktung derartiger Smart-Energy-Produkte noch am Anfang. Laut dem Energieexperten von Steria Mummert Consulting, Ralf Rübsam, bedeutet Smart Meter „nicht gleich Smart Energy“. Die Zähler schafften nur dann einen Mehrwert, wenn dem Kunden Produkte mit Anreizen angeboten würden, die Transparenz von intelligenten Zählern zum eigenen Vorteil zu nutzen. Das Beratungsunternehmen reagiert auf eine Kosten-Nutzen-Analyse von Ernst & Young zur flächendeckenden Einführung von Smart Metering, die das Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hatte. Darüber hatte EUWID Energieeffizienz in Ausgabe 16 berichtet. Auch das in der Schweiz ansässige Unternehmen Landis+ Gyr hat sich zur Kosten-Nutzen- Analyse von Ernst & Young geäußert. Das auf Energiemanagement spezialisierte Unternehmen nimmt die Studie zum Anlass für ihre Forderung, dass die deutsche Politik möglichst schnell einen Rechtsrahmen für die Einführung von intelligenten Zählern und Messsystemen schafft. Das darin vorgeschlagene Szenario sei ambitioniert aber realisierbar. EUWID informiert in Ausgabe 17 über weitere neue Studien. Eine Studie bescheinigt dem Thüringer Handwerk gute Chancen unter anderem bei der energetischen Sanierung von Gebäuden, der Installation von Solar- oder Windkraftanlagen oder beim Bau oder Umbau altersgerechter Wohnungen. Allein bei der energetischen Gebäudesanierung ergebe sich bis zum Jahr 2030 ein Marktpotenzial von 11,7 Mrd. € und weiteren 3,8 Mrd. € bei der Erneuerung von Heizungen, teilte das Landeswirtschaftsministerium mit, das das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh) an der Universität Göttingen mit der Studie beauftragt hatte. Eine aktuelle Studie des des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) bestätigt die Beobachtung, dass die zunehmende Kohleverstromung derzeit flexible Gaskraftwerke vom Markt verdrängt. Trotz negativer Börsenpreise lieferten Braunkohlekraftwerke mit einer Auslastung von bis zu 73 Prozent, bei Niedrigpreisen mit bis zu 83 Prozent weiter, heißt es in der Studie „Kohleverstromung zu Zeiten niedriger Börsenstrompreise“. In der aktuellen Ausgabe von EUWID Energieeffizienz kommt auch Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) zur Sprache, der auf die energetische Sanierung von Häusern drängt. „Zwar sind gerade in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung viele Gebäude saniert worden, nur ein Teil davon aber auch energetisch“, sagte der Minister Mitte des Monats. In Niedersachsen wird derweil eine Klimaschutzagentur geplant. Sie soll spätestens Ende März 2014 soll ihre Arbeit aufnehmen. Zunächst zwölf Mitarbeiter sollen unter anderem Privatpersonen und Unternehmen in Energiefragen beraten sowie Förderprogramme mit Blick auf die EU-Richtlinien entwickeln, erklärte Landesumweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Im Politikteil stellt EUWID Energieeffizienz anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl in Bayern die energiepolitischen Positionen der Parteien vor. Außerdem kommt der „Zehn-Punkte-Plan“ zur Strompreis-Begrenzung zur Sprache, den SPD Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vorgelegt hat. Er will im Falle eines Wahlsiegs einen weiteren Anstieg der Strompreise verhindern. Dazu sollen die Energieversorger gezwungen werden, ihre Tarife zu senken. „Wir werden die Anbieter dazu verpflichten, ihre Grundversorgertarife an die Bundesnetzagentur zu melden“, heißt es in dem Plan, den Steinbrück mit Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) in Berlin vorgestellt hat. In Thüringen will Machnig (SPD) den Wärmeverbrauch deutlich senken und Wärme künftig stärker aus erneuerbaren Energien gewinnen. Weil die Wärmekosten seit 1990 noch stärker gestiegen seien als die Strompreise, sei dieser Teil der Energiewende für sozial Schwache von zentraler Bedeutung, erklärte er. Eine im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellte Studie des Hamburg Instituts schlägt mehrere konkrete Maßnahmen zur Senkung des Wärmeverbrauchs vor. In der aktuellen Ausgabe kommt auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) zur Sprache. Sie fordert von der Politik, endlich die Rahmenbedingungen für dezentrale Stromerzeugung zu verbessern. Ihrer Ansicht nach geht es neben dem großen Thema der energetischen Sanierung künftig auch darum, Innovationen im Rahmen der Energiewende zu entwickeln, was nicht ohne die Klärung der Gewerbesteuer- und Versicherungsproblematik über die Politik möglich sei. Der Marktteil der neuen Ausgabe konzentriert sich unter anderem auf den aktuellen Heizöl-Preisvergleich zwischen den Bundesländern, die neuesten Preisindices für Strom, Heizöl, Erdgas, Fernwärme und Wasser, den aktuellen Grenzübergangspreis für Erdgas sowie den neuesten DEPV-Verbraucherpreis für Holzpellets. Ausgabe 17 von EUWID Energieeffizienz bietet darüber hinaus neben Praxismeldungen über aktuelle Projekte, Produkte und Zertifizierungen auch Kurzmeldungen und Berichte über Kommunen, Ausschreibungen, Personen, politische Entwicklungen, einen Terminkalender mit Veranstaltungen sowie Literaturhinweise rund um die Themen Energieeffizienz, Contracting und Energiedienstleistungen, Kraft-Wärme-Kopplung, Gebäudetechnik, Energiemanagement, Smart Metering und energetische Gebäudesanierung.

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