Deutsche Verbraucher müssen nach dem Rekordhoch im vergangenen Jahr wieder etwas weniger für Strom bezahlen. Bundesweit durchschnittlich um 0,6 Prozent ist der Strompreis seit Jahresbeginn gefallen. Doch nicht überall können Stromkunden profitieren, berichtet das Verbraucherportal Verivox. Bereits zum Jahreswechsel hatten rund 200 Grundversorger ihre Preise angepasst.

Für März und April haben nun noch einmal 26 Grundversorger Preisänderungen angekündigt. Elf Versorger senken ihre Preise um durchschnittlich 4,4 Prozent und 15 Versorger erhöhen die Preise um drei Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh bedeuten die Preissenkungen eine Entlastung von durchschnittlich 60 €. Bei den Preiserhöhungen sind es Mehrkosten von rund 34 €.

Strompreis steigt in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Wo Strom teurer und wo billiger wird, ist Verivox zufolge abhängig vom Wohnort: Auf Strompreiserhöhungen in den nächsten Wochen müssen sich vor allem Verbraucher in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen einstellen. Senkungen betreffen vor allem Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. „Besonders für Verbraucher in Brandenburg sind das positive Nachrichten, denn hier ist Strom seit Jahren so teuer wie in keinem anderen Bundesland“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte beim Vergleichsportal Verivox.

Netzentgelte im Bundesschnitt um vier Prozent gesunken

Dass seit Jahren erstmals auch wieder nennenswerte Strompreissenkungen zu verzeichnen sind, sei auf die Entwicklung der Einkaufspreise, Umlagen und Netzentgelte zurückzuführen. Die Ökostromumlage sank leicht von 6,88 ct/kWh auf 6,792 ct/kWh und auch die Beschaffungskosten waren 2017 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Der mengengewichtete Durchschnittspreis an der Strombörse EEX gehandelter Produkte lag im Jahr 2016 bei 32,64 € pro MWh. Im Jahr 2017 lag der durchschnittliche Preis bei 31,32 €/MWh, was einer Preissenkung von vier Prozent entspricht. Ein Viertel des Strompreises wird zudem über die Netzentgelte bestimmt, die sich regional zwar unterschiedlich entwickelten, im Bundesschnitt aber ebenfalls um vier Prozent zurückgegangen sind.

Die meisten Versorger halten ihre Preise stabil

„Günstigere Beschaffungskosten und Umlagen hatten bei vielen die Hoffnung auf weitreichende Strompreissenkungen geweckt. Doch die allermeisten Versorger haben ihre Preise stabil gehalten“, so Köster-Niechziol. Seit Jahresbeginn haben nur etwa 250 der über 800 Grundversorger ihre Preise geändert. Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt weit über 500 Versorger. Der Strompreis befindet sich mit aktuell durchschnittlich 28,04 ct pro kWh immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Im Januar war Energie um 2,2 Prozent teurer als vor einem Jahr

1 KOMMENTAR

  1. Seit 2010 der EEG Neuordnung, ist von Lobbyisten für die konventionelle Stromwirtschaft eine monetäre „Spielwiese“ zu Lasten der Verbraucher, und dem Image der gesamten Energiewende. konstruiert worden.

    Ein „Paradoxon“ ist entstanden in dem kontinuierlich sinkende Strombeschaffungskosten, zu ständig höheren Preisen für die Verbraucher werden.
    Siehe hier:
    http://www.iwr-institut.de/images/seiteninhalte/presse/grafiken/strompreis_terminmarkt.png

    Seit 2010 gilt, je billiger sich ein Versorger Strom beschaffen kann, desto mehr EEG Umlage muss sein Kunde bezahlen.

    Der Öffentlichkeit wird das untergejubelt mit der „Nebelkerze“ EEG Konto

    Die EEG Umlage wird ermittelt und irreführend dargestellt, als Differenz „Kosten“ zwischen den Börsenpreisen und den EE Vergütungen. Mit anderen Worten, als „Mehrkosten ( Vergütungen ) gegenüber den Konventionellen.

    Tatsächlich wird aber nur eine Differenz, zwischen zwei Zahlen zu Grunde gelegt.

    Dass eine Differenz zwischen zwei Zahlen, und Differenz „Kosten“ ein himmelweiter Unterschied ist bleibt mit Hilfe des EEG Konto, verborgen.

    Es geht ja um nur etwa 33% relativ teuren EE Strom dessen „Mehrkosten“ im Verhältnis zu dem konventionellen Strom ausgeglichen werden sollen. So stand es jedenfalls schon im Stromeinspeisegesetz von 1990 geschrieben.

    Das Wesentliche das nicht berücksichtigt wird, ist die Tatsache dass diese 33% teurer Strom den Börsenpreis für die restlichen 67% unseres Strombedarfs halbiert haben.

    Die Realität bestätigt eindeutig diese Tatsache. Auf der einen Seite heißt es, dass die EEG Umlage einen 4 Personenhaushalt jährlich mit etwa 220 bis 240 Euro belastet, und auf der anderen Seite wird empfohlen zu den Anbietern zu wechseln, die die gesunkenen Börsenpreise, sprich Strom Beschaffungskosten, an ihre Kunden weiter geben, weil man da mehr als 300 Euro im Jahr sparen könnte.

    Würde die Umlage auf der Grundlage von Kosten/Nutzen ermittelt, dürften die 100% des Strombedarfs nicht teurer werden. Die Umlage wäre überhaupt kein Thema
    Georg Candor der Begründer der Mengenlehre lässt grüßen.

    Die Leute vom Polit Magazin Monitor haben so eine Kosten/Nutzen Analyse schon vor Jahren recherchiert.

    Siehe hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=a4pslA3NKvQ

    Etwa ab Minute 3.50 machen die deutlich, wie bei einer Kosten/Nutzen Betrachtung aus 64 Milliarden, 1,8 Milliarden werden.

    Müsste die um Milliarden gesunkenen Börsenpreise nicht von den Förderkosten abgezogen werden, so die Frage der Monitor Leute im Video.

    Der Ex Chef vom Fraunhofer Institut nennt es so gar Schweinerei im folgenden Video

    https://www.youtube.com/watch?v=VjN_J3QA3RI

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