Stromaggregator e2m will virtuelles Kraftwerk mit der Blockchain-Technologie verbinden

360
Windkraftanlagen_und_PV_Freichflaechenanlagen
Symboldbild (Quelle: soonthorn / Fotolia)

Der Pool von Energy2market (e2m) mit Erneuerbaren-Anlagen aus den Bereichen Wind, Solar, Wasserkraft und Biomasse hat inzwischen ein Niveau von 3.500 MW erreicht. Nun meldet der Stromaggregator eine Kooperation mit der Blockchain-Plattform Swytch. Ziel ist es, eine Blockchain-basierte Daten- und Anreizplattform für Erneuerbare Energien (EE) zu etablieren, berichtet e2m.

Produktionsmengen der regenerativen Stromerzeuger sollen einen virtuellen Wert, den „Swytch-Token“ zugeordnet werden. Seit Jahresbeginn testet die e2m die Effizienz der Blockchain-Plattform für ihr Portfolio in Deutschland. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die innovative Blockchain-Technologie genutzt werden kann, um den Wert der europäischen Erzeugungsanlagen nach dem Auslaufen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) langfristig zu sichern“, sagt Andreas Keil, Geschäftsführer der e2m.

Ein 80-Prozent-Ziel bei den Erneuerbaren am Strommarkt sei ohne neue Förderinstrumente und zukunftsweisende Handelsmechanismen vor dem Hintergrund auslaufender staatlicher Anreizprogramme wie dem EEG in Deutschland nicht erreichbar. „Insofern testen wir hier für unsere Kunden ein Stück Zukunft“, so Keil weiter. Bei e2m geht man davon aus, dass Swytch als globales Anreizprogramm und Datenquelle das Potenzial besitzt, Mehrwert für die Anlagenbetreiber zu schaffen. Somit könne es helfen, die Subventionierung neuer und bestehender Anlagen zu verringern.

Swytch-Blockchain: „Einzige Technologie, die im Gigawatt-Bereich getestet wurde“

Die in Cambridge beheimatete Swytch-Plattform wurde von dem Massachusetts Institute of Technology(MIT) nahe stehenden Spezialisten gegründet, berichtet e2m. Swytch setzt auf Blockchain als Technologie, um Daten, Netzwerke und Anreize zusammenzuführen. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der e2m wurde ein neues Blockchain-Protokoll entwickelt, das zur Verifizierung und Nachverfolgung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien diene.

Die Swytch-Plattform besteht aus einem ERC20-Token für den Austausch von Produktionsdatenrechten, einem Proof-of-Production-Protokoll (POP) zur Verifizierung von Daten an der Erzeugungsquelle und einem Open-Source-„Orakel” zur Aggregierung von Daten und Zuteilung von Anreizmechanismen.

„Mit mehr als 3,5 GW installierter Leistung ist die e2m Betreiberin eines der leistungsstärksten virtuellen Kraftwerke in Europa“, hebt Evan Caron, Mitbegründer und Geschäftsführer von Swytch, hervor. „Unser Blockchain-System ist die einzige Technologie, die im Gigawatt-Bereich getestet wurde“, so Caron weiter. Das System könne „nahtlos“ an die Plattform von e2m andocken. Dadurch könne die Produktion direkt an der Quelle überprüft werden. Im Vergleich zu bestehenden Lösungen werde dies die Verwaltungskosten drastisch reduzieren und Anreizmechanismen z.B. für Wohnimmobilien eröffnen, die eine Schlüsselposition für die beschleunigte Integration erneuerbarer Energien darstellen.

„Sektorkopplung mittels Speicher spielt für Energiewendeziele eine herausragende Rolle“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein