Steuerliche Förderung und Ausschreibungen: Gabriel will Energieeffizienz kräftig anschieben

Die vergangenen beiden Wochen haben dem Thema „Energieeffizienz“ einen bemerkenswerten Aufmerksamkeitsschub gebracht. Verantwortlich dafür war in erster Linie Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD): Zunächst warb Gabriel dafür, Mittel aus dem von seinem Kabinettskollegen Wolfgang Schäuble (CDU) in Aussicht gestellten zehn Mrd.-€-Investitionsprogramm in die Bereiche Energieeffizienz und Gebäudesanierung fließen zu lassen. Kurz darauf gewährte Gabriel auf dem Energieeffizienzkongress der dena in Berlin Einblicke in den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE), der am 3. Dezember im Bundeskabinett beraten und beschlossen werden soll. Mit dem Aktionsplan befasst sich der Titelbericht von EUWID Energieeffizienz Nr. 23. Die aktuelle Ausgabe erscheint heute mit 56 Nachrichten und Berichten auf 28 Seiten. EUWID berichtet außerdem, dass die Deutsche Energie-Agentur im Rahmen ihres Energieeffizienzkongress vergangene Woche in Berlin drei privatwirtschaftliche Energieeffizienzprojekte mit dem Energy Efficiency Award 2014 ausgezeichnet und die fünf Sieger- Projekte des Wettbewerbs „Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen – Gute Beispiele 2014“ vorgestellt hat. Nach Einschätzung der Berater von PricewaterhouseCoopers (PwC) liegt in einer deutlichen Erhöhung der Energieeffizienz und damit zusammenhängenden Stromeinsparung der entscheidende Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende Der Verbrauch von Haushaltsenergie ist 2013, bereinigt um Temperaturschwankungen, gegenüber dem Vorjahr 2012 um 3,9 Prozent gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (destatis) in Wiesbaden erhöhte sich der Verbrauch damit nach stetigen Rückgängen seit 2005 erstmals wieder signifikant Die Antragszahlen bei der Förderung von Biomasseanlagen über das Marktanreizprogramm (MAP) sind im Oktober deutlich gestiegen. Nach Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden im Berichtsmonat 2.807 Anträge zur Förderung des Baus von Biomasseheizungen gestellt und damit ein Rekord im laufenden Jahr erreicht. Kommunen in Schleswig-Holstein können sich künftig von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IBSH) beraten lassen, wie sie ihre Energieversorgung klimafreundlich umgestalten. Dazu haben das Land und die Investitionsbank eine neue Energie- und Klimaschutzinitiative (EKI) entwickelt Die Energiekosten im Einzelhandel sind in 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent gesunken. Das geht aus der Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2014“ des Kölner EHI Retail Institute hervor. Von Januar bis Juli 2014 wurden 3.177 Gebäudeenergieausweise der Schweizer Kantone (GEAK) erstellt, das sind 35 Prozent mehr als in den ersten sieben Monaten 2013. Zu diesem Erfolg beigetragen hätten auch die Kantone, die die Förderung im Modernisierungsbereich an den so genannten GEAK Plus geknüpft haben, teilte die Konferenz der Kantonalen Energiedirektoren mit. Mit dem European Energy Award hat Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) gemeinsam mit der Energieagentur NRW 19 nordrhein- westfälische Kommunen und Kreise ausgezeichnet, die sich besonders um Klimaschutz und Nachhaltigkeit bemüht haben. Die Universität zu Köln startet eine Ausschreibung, um ihr Biowissenschaftliches Zentrum mithilfe von Energiespar-Contracting energetisch zu optimieren. Ein neues Joint Venture will Marktpotenziale im Bereich des dezentralen Energiemanagements heben. Dabei sind mehrere milliardenschwere Unternehmen der Energiebranche. Das Joint Venture soll unter der Marke „Beegy“ am Markt tätig werden, wie die beteiligten Unternehmen Anfang November bekannt gaben. Die energetische Sanierung von Gebäuden ist zu einem wichtigen Faktor für die regionale Wirtschaft geworden. So führt das Dämmen von Außenwänden und Dächern oder das Sanieren von Heizungsanlagen nicht nur zum Energiesparen und leistet dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern schafft zudem vor Ort Jobs und erzeugt Einkommen. Die Studie „Kommunale Wertschöpfungseffekte durch energetische Gebäudesanierung“ des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und Ecofys im Auftrag des Bundesumweltministeriums berechnet diese Effekte nun erstmals für Deutschland. In wenigen Jahren lebt die Mehrheit der Deutschen in „intelligenten Häusern“, also nutzt Smart Home-Technologie. Das prognostiziert zumindest eine gemeinsame Studie zur Energiewirtschaft von RWE Effizienz und dem Züricher Zukunftsforschungsinstitut future matters. EUWID Energieeffizienz Nr. 23 enthält außerdem Unternehmensmeldungen über die Salzburg AG, Atos sowie die Bühler Bürger-Energiegenossenschaft (BBEG). Im Politikteil der aktuellen Ausgabe von EUWID Energieeffizienz kommt wiederum der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) zur Sprache. Damit wolle die Bundesregierung insbesondere Einsparpotenziale im Wärmesektor aktivieren, erklärte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Gunther Adler, vergangene Woche auf dem Energieeffizienzkongress der dena in Berlin. Außerdem kommen die Reaktionen verschiedener Verbände auf die Details des NAPE zur Sprache. Ein neues Strommarktdesign braucht Dezentralität. Das fordert der Verband für Wärmelieferung (VfW) in einer aktuellen Stellungnahme. An der Gestaltung des zukünftigen Strommarktdesigns werde sich zeigen, ob die Energiewende einen neuen, effizienten und nachhaltigen Energiemarkt gestaltet. Der Energie- und Klimafonds (EKF) kann jährlich einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt erhalten. Dies beschloss der Haushaltsausschuss, in dem er einen Gesetzentwurf der Bundesregierung in geänderter Fassung annahm. Der VIK hat das vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) vorgelegte Grünbuch zur Strommarktreform als gute Grundlage für den Dialog rund um die Weiterentwicklung des bestehenden Marktsystems begrüßt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie arbeitet mit Hochdruck an einem Entwurf für ein „Verordnungspaket intelligente Netze“. Es soll den Schwerpunkt intelligente Messsysteme und Zähler haben, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen. Das Energieministerium Mecklenburg-Vorpommern wird auch in der neuen EU-Förderperiode die Klimaschutzförderung fortsetzen. Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden im Rahmen zweier neuer Richtlinien finanzielle Unterstützungen zur Realisierung von Energieeffizienzvorhaben und von Projekten zur Nutzung erneuerbarer Energien bereitgestellt. Der Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation (EDNA) kritisiert das Vorgehen der Bundesregierung bei der Einführung intelligenter Messysteme. Der Versuch, über Gesetze ein „perfektes System“ für das Smart Metering zu entwickeln, habe den Markt für Smart Meter in Deutschland nahezu zum Erliegen gebracht, heißt es. Außerdem hat das Bundeskabinett den von Bundeswirtschaftsminister Gabriel vorgelegten Gesetzentwurf zur Teilumsetzung der Energieeffizienzrichtlinie beschlossen. Durch das Gesetz sollen große Unternehmen verpflichtet werden, bis zum 5. Dezember 2015 und danach alle vier Jahre Ene
rgieaudits durchzuführen.
Der Marktteil der neuen Ausgabe von EUWID Energieeffizienz enthält den aktuellen Heizöl-Preisvergleich zwischen den Bundesländern, die neuen Ökostrompreise, den aktuellen EUWID-Altholzmarkt, den EUWID-Pelletmarkt sowie die neuen Großhandelspreise für Strom, den aktuellen VIK-Strompreisindex und den neusten Ispex-Energiepreisindex für die Industrie. Ausgabe 23 von EUWID Energieeffizienz bietet darüber hinaus neben Praxismeldungen über aktuelle Projekte, Produkte und Zertifizierungen auch Kurzmeldungen und Berichte über Kommunen, Ausschreibungen, Personen, politische Entwicklungen, einen Terminkalender mit Veranstaltungen sowie Literaturhinweise rund um die Themen Energieeffizienz, Contracting und Energiedienstleistungen, Kraft-Wärme-Kopplung, Gebäudetechnik, Energiemanagement, Smart Metering, energieeffiziente Produktion und energetische Gebäudesanierung.

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