Die Schweizer Energieunternehmen Axpo und IWB realisieren die nach Unternehmensangaben größte alpine Solaranlage der Schweiz und vermarkten den erzeugten Strom via Power Purchase Agreement (PPA) an den Discounter Denner. Die Partner wollen das 2,2-MW-Pionierprojekt im Sommer an der Muttsee-Staumauer installieren und in Betrieb nehmen. Denner wird den Solarstrom über einen Zeitraum von 20 Jahren abnehmen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen.

Die Solaranlage wird auf 2.500 Metern über Meer an der Muttsee-Staumauer des Pumpspeicherwerks Limmern installiert. Sie soll pro Jahr rund 3,3 GWh Strom produzieren. Fast 5.000 Solarmodule sollen an der Staumauer montiert werden, die optimal nach Süden ausgerichtet ist. Dank ihrer alpinen Lage werde die Anlage beim Muttsee rund die Hälfte ihrer Produktion während des Winterhalbjahres liefern, „also dann, wenn der Strom in der Schweiz tendenziell fehlt“, heißt es. Bei Solaranlagen im Unterland falle dagegen nur rund ein Viertel der Stromproduktion während des Winterhalbjahres an.

Die Solaranlage beim Muttsee wird im Sommer 2021 gebaut und in Betrieb genommen. IWB, der Energieversorger des Kantons Basel-Stadt, beteiligt sich mit 49 Prozent am Projekt. Planeco, eine Tochtergesellschaft von IWB, wird mit dem Bau der Anlage beauftragt. Logistisch sei der Bau „recht aufwändig“, erläutert Axpo Projektleiter Christian Heierli. Die Staumauer selbst ist über die Straße nicht erreichbar. „Es gibt zwar Stollen, die vom Pumpspeicherwerk bis zur Mauer führen. Allerdings handelt es sich dabei um Unterhaltsstollen, die nicht für den Materialtransport geeignet sind.“ Das Material werde daher im Tal bis nach Tierfehd geliefert und später mit dem Helikopter in den Bereich der Mauer gebracht. „Das Zeitfenster für diese Arbeiten ist sehr eng – die Anlage muss während des alpinen Sommers gebaut werden. Das sind gerade einmal drei Monate.“

Wie viele andere Unternehmen setzt auch die Denner-Gruppe auf schnelle und erkennbare Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit. Langfristige Stromabnahmeverträge sind hier ein interessantes Instrument, da sie es ermöglichen, den Strombezug ganz konkreten Projekten und Anlagen zuzuordnen. „Dieses Projekt bekräftigt unser Engagement zur Erreichung der Klimaziele“, sagt Denner CEO Mario Irminger. „Unser Ziel ist auch weiterhin, ausschließlich Strom aus erneuerbarer Quelle zu beziehen, weshalb wir innovative Lösungen unterstützen, um den verantwortungsvollen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen zu fördern.“

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Die Installation an der Staumauer sei nicht nur umweltverträglich, da sie auf einer bestehenden Staumauer errichtet wird, gerade im Winter erzeuge die Photovoltaikinstallation viel Strom. „Leider sind solche Anlagen aufgrund der fehlenden Rahmenbedingungen heute noch kaum wirtschaftlich realisierbar, so auch dieses Projekt“, sagt Axpo CEO Christoph Brand. „Wir haben uns dennoch mit starken Partnern dazu entschieden, dieses Leuchtturmprojekt zu realisieren, ein Zeichen zu setzen und so die Energiewende in der Schweiz einen Schritt vorwärts zu bringen.“ Man sehe das Projekt auch als „wichtigen Diskussionsbeitrag“ für die anstehenden Gesetzesrevisionen. (Beitragsbild: Visualisierung Muttsee-Staumauer aus der Vogelperspektive – Quelle: Axpo)

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