Die Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee speisten zur Jahresmitte mit insgesamt 1.169 Windenergieanlagen (WEA) rund 5,4 GW in das Netz ein. Damit hat es keine Veränderung gegenüber dem Vorjahresende gegeben. Das geht aus dem Statusbericht des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland hervor, den die Deutsche WindGuard jetzt für das 1. Halbjahr 2018 vorgelegt hat. Laut dem Bundesverband WindEnergie (BWE) läuft der Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2020 aber nach Plan.

Fünf Projekte mit einer Leistung von knapp zwei GW befinden sich im Bau. Davon werden voraussichtlich Anlagen mit einer Leistung von bis zu einem GW bis Ende des Jahres ans Netz gehen. Der Anteil von Offshore-Windenergie an der gesamten Stromerzeugung steigerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2,7 auf 2,9 Prozent.

Energiepolitischen Stillstand beenden

Aus Sicht der Offshore-Branche unternimmt die Bundesregierung aber zu wenig, um ihr 65-Prozent-Ziel tatsächlich zu erreichen. Dringend notwendig sei eine zügige Erhöhung der Ausbaupfade für alle Erneuerbaren. Für die Windenergie auf See sei bis 2030 ein Ausbau von mindestens 20 GW und bis 2035 von 30 GW erforderlich, heißt es.

Anhebung der Ausbauziele und Sonderausschreibungen unverzichtbar

Der Verband fordert eine zügige Umsetzung der Sonderausschreibungen mit mindestens 1,5 GW Offshore-Windleistung in Nord- und Ostsee – die über die Nutzung freier Netzanschlusskapazitäten realisierbar sein sollten. Zudem bedarf es nach Ansicht des BWE einer Erhöhung des Ausbauvolumens auf mindestens 20 GW bis 2030. Denn das bestehende Ausbauziel von 15 GW bis 2030 werde den neuen Zielen der Bundesregierung nicht gerecht. „Darin ist sich die Branche auch mit den Übertragungsnetzbetreibern einig“, erklärten die Branchenvertreter.

Erreichung des derzeitigen Ausbauziels
Entwicklungsstatus der Offshore-Leistung mit geplantem Zubau bis 2025, Stand 30.06.2018 (Quelle: Deutsche WindGuard)

Zusätzlich zu den zum Stichtag bereits einspeisenden 5,4 GW Leistung wurden Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) mit 0,4 GW bereits errichtet. Zudem befinden sich 1,5 GW im Bau. Für weitere 0,4 GW Leistung wurde bereits eine Investitionsentscheidung getroffen. Für Pilotanlagen mit 19 MW wurde zudem eine Netzanbindungszusage vergeben, die Investitionsentscheidung steht Ende Juni 2018 noch aus.

Die bis 2020 gemäß Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) maximal mögliche Gesamtleistung von 7,7 GW wird somit voraussichtlich erreicht, heißt es in dem Status-Bericht. In den beiden Ausschreibungsrunden für bestehende Projekte im April 2017 und April 2018 für die Windenergie auf See wurden Projekte mit einer Leistung von insgesamt 3,1 GW bezuschlagt. Diese Projekte sollen zwischen 2021 und 2025 in Betrieb genommen werden. Insgesamt wird demnach voraussichtlich eine kumulierte Leistung von 10,8 GW bis zum Jahr 2025 erreicht.

Netzausbau voranbringen – Bestandsnetze besser nutzen – Sektorkopplung
beschleunigen

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien hänge der Erfolg der Energiewende in Deutschland wesentlich vom Netzausbau und Fortschritten bei der Sektorkopplung ab. Die Bundesregierung sollte daher dem Ausbau der großen Übertragungsnetze Priorität einräumen und die Vorschläge zur Netzoptimierung gesetzlich verankern.

Des Weiteren plädieren die Branchenvertreter darauf, die regulatorischen Hürden für die Sektorkopplung schnellst-möglich zu beseitigen. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, Strom aus Offshore-Windenergie direkt für die unterschiedlichen Power-to-X Anwendungen einsetzbar zu machen.

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