Startschuss für 80-MW-Power-to-Heat-Anlage in Wedel

Spatenstich für 80-MW-PtH-Anlage (Bildquelle: Bukea)

Auf dem Gelände des Heizkraftwerks in Wedel startet der Bau für eine neue Power-to-Heat-Anlage. Die P2H-Anlagen soll künftig Windstrom in Fernwärme zum Heizen umwandeln. „Mit der Fähigkeit, die Verbrauchsformen Strom und Wärme miteinander zu koppeln, trägt die neue Anlage dazu bei, den von den Windkraftanlagen auf See und an Land erzeugten Strom regional und effizient zu nutzen und dadurch die Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien umzustellen“, heißt es in einer Mitteilung der Hamburger Energiebehörde Bukea.

Mit einer Leistung von 80 MW handele es sich um eine der größten P2H-Anlagen in Deutschland. Rund 27.000 Wohneinheiten könnten mit Fernwärme versorgt werden. Die Inbetriebnahme ist für die Heizperiode 2022/2023 geplant. Die Investitionskosten für die Anlage und deren Anbindung an das Stromübertragungsnetz in Höhe von maximal 31,5 Mio. € übernimmt der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, der für den sicheren Stromnetzbetrieb in Hamburg sowie im Osten Deutschlands verantwortlich ist.

Über die Power-to-Heat-Anlage in Wedel profitiere man dreifach, betonte Hamburgs Energiesenator Jens Kerstan (Grüne). Die Fernwärmeversorgung werde CO2-ärmer, der Einsatz von Kohle im Heizkraftwerk Wedel könne während der Restlaufzeit bis 2025 verringert werden, „und wir reduzieren die Abregelung von Strom aus Windkraft“. Die Hamburger Fernwärme soll bis 2030 kohlefrei werden. Ohne die Rekommunalisierung der Netzgesellschaften wäre das Projekt „nicht vorstellbar“ gewesen, sagte Kerstan.

Bislang leistungsstärkste PtH-Anlage im Netzgebiet von 50Hertz

 „Wir wollen die Voraussetzungen schaffen, dass im Jahresmittel 100 Prozent des Stromverbrauches in unserem Netzgebiet bis 2032 aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann“, sagte Frank Golletz, technischer Geschäftsführer bei 50Hertz. Heute müsse man an windstarken Tagen noch Windkraftanlagen im Norden zeitweise anhalten, um das Überlasten der Leitungen Richtung Süden zu verhindern. Nach ersten ähnlichen Projektstarts in Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt einer Leistung von 60 MW, werde die P2H-Anlage in Hamburg mit 80 MW die leistungsstärkste Anlage dieser Art in unserem Netzgebiet sein.

Die P2H-Anlage funktioniert nach dem Prinzip eines Tauchsieders. Windstrom wird genutzt, um Wasser zu erwärmen, das in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Künftig soll die Power-to-Heat-Anlage dann eingesetzt werden, wenn im Norden mehr Windstrom erzeugt wird, als über die Stromleitungen abtransportiert werden kann. Um diese Engpasssituation abzumildern, kann die Wärme Hamburg auf Anforderung von 50Hertz die PtH-Anlage aktivieren und den Strom zur Wärmeerzeugung nutzen.

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