Stadtwerke Krefeld sehen in Contracting- und KWK-Geschäftsmodellen weiterhin Chancen

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Die Stadtwerke Krefeld (SWK) erwarten für 2017 ein gutes Ergebnis auf leicht niedrigerem Niveau als 2016 und sehen weiterhin Chancen im Ausbau von Contracting und Energiedienstleistungen. Hier stehe das Wärmecontracting in der Wohnungswirtschaft, zum Beispiel in Form von Fernwärmeanschlüssen oder Gasbrennwertthermen, im Vordergrund, erklärte SWK-Vorstandssprecher Carsten Liedtke bei der Vorstellung der SWK-Bilanz. Zusätzliches Potenzial werde im Kleinanlagencontracting gesehen. Bei der Stromerzeugung richten die Stadtwerke den Fokus aufgrund der derzeitig schwierigen Rahmenbedingungen auf dezentrale flexible Anlagen im Bereich KWK und erneuerbare Energien.

Dass der Umsatz 2016 um rund 63 Mio. € auf 1,058 Mrd. € zurückgegangen sei, komme nicht überraschend. „Im Geschäftsfeld Energie und Wasser haben wir – von langer Hand geplant – den jahrelang übernommenen Stromhandel mit anderen Energieversorgungsunternehmen auf unsere Beteiligungsgesellschaft Quantum übertragen, wodurch sich mehr als die Hälfte des Rückgangs erklärt. Gleichwohl konnten wir nicht verhindern, dass auch der Stromverkauf an Endverbraucher leicht rückläufig ist“, so Liedtke. Das Konzernergebnis liege erfreulicherweise deutlich über den Erwartungen. Die Zunahme von 76 Prozent auf 24,6 Mio. € sei vor allem auf eine Verbesserung der Roherträge im Energie- und Entsorgungsbereich und damit vor allem auf die Geschäftsentwicklung der SWK Energie, der lekker Energie und der EGN zurückzuführen“, erklärte SWK-Vorstand Kerstin Abraham.

Projekt KWK-Modellkommune schreitet erfolgreich voran

Wie es in einer Mitteilung der Stadtwerke heißt, schreite das Projekt KWK-Modellkommune erfolgreich voran. 2014 war Krefeld als ein Sieger aus dem Wettbewerb „KWK-Modellkommunen NRW“ des Landesumweltministeriums hervorgegangen. Nach Abschluss der Planungs- und Installationsarbeiten erzeugten seit November 2016 die ersten beiden Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) mit intelligenter Technik im Stadtbad Fischeln und im Rahmen eines Mieterstromprojekts in einem 48-Parteien-Wohnhaus der Wohnstätte Krefeld im Stadtteil Königshof Strom und Wärme. „Mit den 22 kw elektrischer Leistung im Mehrfamilienhaus und den 50 kW im Schwimmbad wird umgerechnet bei circa 140 Haushalten der Strom aus konventionellen Kohle- und Gaskraftwerken durch KWK-Strom verdrängt. So lassen sich gut ein Drittel Primärenergie und bis zu 60 Prozent CO2-Emissionen einsparen. Im direkten Vergleich wird die Brennstoffausnutzung von etwa 40 bis 50 Prozent bei konventionellen Kraftwerken auf gut 90 Prozent in den KWK-Anlagen gesteigert“, erklärte Liedtke.

Weitere Gebäude werden mit Mini-BHKW-Technologie ausgestattet

2017 würden im Rahmen des Forschungsprojektes KWK-Modellkommune zwei weitere Gebäude in Krefeld mit der neuen Mini-BHKW-Technologie der Stadtwerke ausgestattet. Außerdem untersuche die Hochschule Niederrhein die Übertragbarkeit der in Krefeld gewonnenen Kenntnisse auf elf weitere Kommunen in NRW. Auch hätten die Stadtwerke im vergangenen Jahr eine Feldstudie zum Thema Batteriespeicher gestartet. Drei Privathaushalten, die über eine Photovoltaikanlage verfügen wurden Speicher verschiedener Hersteller eingebaut.

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