Stadtwerke Heidelberg bauen virtuelles Kraftwerk auf

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Die Stadtwerke Heidelberg haben ein Projekt zum Aufbau eines virtuellen Kraftwerks gestartet. Dazu vernetzen sie einer Mitteilung zufolge kleine Erzeugungsanlagen, Speicher und steuerbare Verbraucher auf einer IT-Plattform. Ziel sei es, technische und wirtschaftliche Potenziale des so entstehenden flexiblen Kombi-Kraftwerks zu überprüfen. „Für eine sichere Stromversorgung aus immer mehr wetterabhängigen erneuerbaren Energien ist es wichtig, dass das Stromnetz stabil ist: Also so viel Strom eingespeist wie verbraucht wird", erläutert der Geschäftsfeldleiter Regenerative Stromerzeugung der Stadtwerke, Felix Gudat, den Hintergrund des Projekts. Erforderlich seien dazu schnell zu- und abschaltbare Kraftwerke, durch die der Verbrauch und die Erzeugung von Strom miteinander in Einklang gebracht werden. Auch kleinere dezentrale Anlagen könnten für diesen Ausgleich genutzt werden, vorausgesetzt, sie sind miteinander vernetzt und steuerbar. „Genau hier kommen virtuelle Kraftwerk ins Spiel", ergänzt der Leiter Neue Technologien bei den Stadtwerken, Sebastian Warkentin: Dabei werden Erzeugungsanlagen wie BHKW und Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeichersysteme sowie energieverbrauchende Elemente auf einer IT-Plattform zusammengeschaltet. Die Anlagen werden über einen zentralen, selbstlernenden Server gesteuert, der die optimalen Betriebsstrategien errechnet und umsetzt. So werde auch die Wirtschaftlichkeit der Anlagen gesteigert. In den nächsten Wochen will der regionale Energieversorger aus Heidelberg zusammen mit Partnern aus der Energie- und der IT-Branche Blockheizkraftwerke, Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen an das virtuelle Kraftwerk anschließen. Das baden-württembergische Umweltministerium fördert das Projekt „mikroVKK – mikro virtuelle Kombikraftwerke" in seinem Programm „Demonstrationsprojekte Smart Grids und Speicher Baden-Württemberg". Partner für den Bereich Software ist GridSystronic Energy, die Entwicklung von Geschäftsmodellen bearbeitet Schäffler Sinnogy. Die Evaluierung übernimmt die Hochschule Offenburg. Das Projekt soll voraussichtlich im Oktober 2017 enden. .

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