Stadtwerke Augsburg: Power-to-Gas-Anlage geht in bestehender Wohnananlage in Betrieb

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PtG-Augsburg
v.l.n.r. Alfred Müllner (Geschäftsführer swa), Dr. Mark Dominik Hoppe (Geschäftsführer WBG),Dr. Kurt Gribl (Oberbürgermeister der Stadt Augsburg), Dr. Albrecht Meier (Projektleiter Exytron GmbH) - Bildquelle: Exytron

In Augsburg ist eine Power-to-Gas-Anlage in einer Wohnanlage in Betrieb genommen worden. Das von den Stadtwerken Augsburg (swa) betriebene Projekt sei weltweit die erste PtG-Anlage, die in einer bestehenden Wohnanlage zum Einsatz kommt, berichtet das Rostocker Unternehmen Exytron, das die Technik für die Anlage bereitstellt. Die swa und Exytron haben das Vorhaben gemeinsam mit der Wohnbaugruppe Augsburg (WBG) umgesetzt.

Die Anlage erreiche einen Nutzungsgrad von mehr als 87 Prozent, berichtet exytron. In einem zunächst nach KfW-100-Standard sanierten Wohnblock aus dem Jahr 1974 mit knapp 5.400 m² Wohnfläche wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert. Der so erzeugte grüne Strom wird bevorzugt direkt von den Mietern verbraucht. Überschussstrom wird genutzt, um mit einem Elektrolyseur Wasserstoff zu erzeugen. Dieser wird umgehend mit Kohlendioxid zu synthetischem, regenerativem Erdgas umgewandelt und könne problemlos vor Ort in Tanks gespeichert werden. Bei Bedarf werde aus dem so gewonnen Erdgas mit einem marktüblichen Blockheizkraftwerk und Brennwertthermen Wärme und Strom für die Mieter erzeugt.

Hoher Wirkungsgrad durch intelligentes Energiemanagement und Abwärmenutzung

Die Abwärme aus der Elektrolyse und Methanisierung wird ebenfalls als Wärme für das Haus genutzt. Das freiwerdende CO2 aus der Verbrennung im Blockheizkraftwerk und den Brennwertthermen wird zudem als Wertstoff ständig wieder für die Produktion von synthetischem Erdgas aus Wasserstoff eingesetzt. Die „SmartEnergyTechnology/ ZeroEmissionTechnology“ der Exytron GmbH reduziere den Ausstoß von Kohlendioxid, Stickoxid und Feinstaub um bis zu 100 Prozent und verhindere erstmals einen Methanschlupf vollständig, heißt es weiter.

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Durch die vorzugsweise direkte Nutzung des Stroms aus der PV-Anlage sowie ein intelligentes, vorausschauendes Energiemanagementsystem zur Steuerung der Produktion, der Speicherung und des Verbrauchs von Strom und Wärme in dem Gebäude ergibt sich der sehr hohe Nutzungsgrad von mehr als 87 Prozent der selbst erzeugten Energie. Der von Exytron patentierte hocheffiziente Wirkungskreislauf senke den CO2-Fußabdruck des alten, sanierten Gebäudeblocks deutlich unterhalb eines für Bestandsbauten bisher noch nicht erreichten Passivhaus-Plus-Standards ab. 2018 hat Exytron für den Ansatz unter anderem den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft 2018 in der Kategorie „Effiziente Energiekonzepte“ erhalten.

Power-to-Gas besitzt aus unserer Sicht derzeit als einzige Technologie die Kapazitäten, Überschussstrom aus der volatilen Erzeugung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen effizient und in großem Maßstab zu speichern
– Klaus Schirmer, Exytron

„Power-to-Gas besitzt aus unserer Sicht derzeit als einzige Technologie die Kapazitäten, Überschussstrom aus der volatilen Erzeugung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen effizient und in großem Maßstab zu speichern“, sagt Exytron-Vertriebsleiter Klaus Schirmer. Die dezentrale Anwendung der Power-to-Gas-Technologie mit Methanisierung garantiere durch einen ausreichenden Nutzungsgrad von Wärme und Strom eine wirtschaftliche Anwendung. Durch Rückführung und Wiederverwendung des Kohlendioxids im Kreislauf könne eine emissionsfreie Energieversorgung die dringend notwendige Dekarbonisierung „extrem voranbringen“.

Als zusätzliches „nicht unerhebliches Plus“ der Power-to-Gas-Anlagen von Exytron sieht es das Unternehmen, dass sich ihr Einbau in bestehende Wohngebäude ohne großen Aufwand realisieren lasse. Zudem blieben die Mieten und Energiekosten für die Mieter in den 70 Wohnungen in Augsburg trotz erfolgter energetischer Sanierung und die neue, nachhaltige Energieversorgung „stabil“. Das Projekt wird vom Umweltbundesamt über das Projekt mit dem Forschungsprogramm Trafis begleitet.

Unternehmen wirbt Gelder für Ausbau der Kapazitäten über Crowdfunding ein

Exytron hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2,5 Mio. € erwirtschaftet und sucht gegenwärtig im Rahmen eines Crowdfunding-Projekts Investoren für den „zwingend notwendigen“ Ausbau der eigenen Kapazitäten – Exytron rechnet für das laufende Jahr mit einem Auftragsvolumen von mehreren Mio. €. Als Crowdfunding-Plattform nutzt das Unternehmen die Plattform GreenRocket. Die Kampagne wurde jetzt bis zum 27. März verlängert und das Fundinglimit auf 650.000 € erhöht. Zum Berichtszeitpunkt waren bereits 530.000 € gedeckt.

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