Sondierungspapier, Energiewende und viele Fragezeichen

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Was ist es nun wert, das Sondierungspapier, das die Verhandler von CDU/CSU und SPD am vergangenen Freitag vorgestellt haben? Die Frage ist gegenwärtig kaum zu beantworten, da es gerade in der SPD gärt. Die Basis kann sich dem Anschein nach nur schwer anfreunden mit dem, was die Parteiführung in den Gesprächen durchsetzen konnte. Dabei gehören die Passagen zu Klimaschutz und Energiewende zu denjenigen, die nach den ersten Reaktionen zu urteilen unter den Genossen noch am wenigsten umstritten sind.

Die energiepolitischen Perspektiven, die das Sondierungspapier aufbaut, stehen im Blickpunkt des Titelberichts von EUWID Neue Energie 3/2018. Zudem haben wir aufbereitet, wie die Energiewirtschaft die entsprechenden Passagen im Ergebnispapier der Sondierungen bewertet.

Energiebranche nicht unzufrieden – vieles bleibt aber unkonkret

Der Tenor ist dabei sogar recht positiv: Anhebung der Ausbauziele für Erneuerbare, Sonderausschreibungen in den kommenden beiden Jahren und das Ansteuern eines Kohleausstiegs – das sind Forderungen, die nicht nur die Erneuerbaren-Branche an die Bundesregierung stellt. Allerdings bleibt das 28-seitige Papier mit Blick auf die Energiewende in weiten Zügen unkonkret. Hier wird es darauf ankommen, was Koalitionsgespräche hier an Präzisierung bringen – wenn es denn zu Koalitionsgesprächen kommt.

Eurosolar: “Fortsetzung einer gescheiterten Politik”

Es gibt aber auch scharfe Kritiker an dem Papier. Zu ihnen zählt Eurosolar, das die “Fortsetzung einer gescheiterten Politik” erkennt. Auch für die Grünen sind die Aussagen zu Energiewende und Klimaschutz keineswegs positiv – vielmehr glichen sie einem „klima- und energiepolitischem Offenbarungseid“.

Wind, Solar…und Bioenergie?

Wind und Solar – das sind die beiden Technologiebereiche, auf die die Bundesregierung auch nach dem Sondierungspapier setzt. Dass auch die Potenziale der Bioenergie nicht ausgeschöpft sind, zeigen aktuelle Forschungsprojekte. Die Uni Hohenheim will in den kommenden drei Jahren unter anderem ermitteln, wie Fahrweise und Substratmix der Anlagen optimiert werden könnten. Welche Rolle die Stauden-Lupine als Substrat für die Bioenergieerzeugung aufweist, das haben Forscher der Uni Kassel analysiert. Es geht hier mithin in beiden Fällen nicht um den Ausbau der Bioenergiekapazitäten, sondern um Optimierungen im bestehenden Anlagenpark.

EUWID Neue Energie

EUWID Neue Energie 3/2018 erscheint am 17. Januar und umfasst 56 Nachrichten, Berichte, Analysen und Übersichten auf 28 Seiten. Kernfragen der redaktionellen Arbeit des Teams von EUWID Neue Energie sind:

  • Wie gelingt der Umbau der traditionellen Energiewirtschaft hin zu einem auf regenerativen Quellen basierenden Energiesystem der Zukunft?
  • Und wie können die Akteure am Markt den Umbauprozess für sich ökonomisch und gewinnbringend gestalten?

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