Solarzubau im Jahr 2017 bei 1,75 Gigawatt

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Nach einem Zubau von 156,7 MW im Dezember 2017 summiert sich der Photovoltaikzubau im vergangenen Jahr auf 1,75 GW. Nach den Daten der Bundesnetzagentur ist das ein Plus von rund 16 Prozent gegenüber den etwas mehr als 1,5 GW, die im Jahr 2016 neu installiert worden waren. Der Dezember fiel 2017 deutlich schwächer aus als vor einem Jahr, als mit 441 MW fast ein Drittel der gesamten Neuinstallationen des Jahres auf den Jahresabschluss entfielen.

Update 1. Februar: Reaktion BSW-Solar
Solarzubau-Dezember-neu
Quelle: EUWID nach Angaben der BNetzA

Der Solarzubau liegt damit auch im Jahr 2017 deutlich unter dem anvisierten Ausbauziel von 2,5 GW pro Jahr. Der aus dem Zubau der vergangenen sechs Monate hochgerechnete Jahres-Solarzubau liegt mit 1.704 MW aber gerade noch so hoch, dass es keinen Anstieg des anzulegenden Werts gemäß §49 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2017 gibt. Die monatliche Degression der Fördersätze beträgt daher null Prozent für Neuanlagen, die zwischen Februar und April installiert werden.

Fördersätze für neue PV-Anlagen bis 750 kWp unverändert

Konkret erhalten neue Kleinanlagen bis 10 kWp einen anzulegenden Wert von 12,6 ct/kWh, größere Installationen im Leistungsbereich von 40 bis 750 kWp auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und anderen Gebäuden erhalten einen anzulegenden Wert in Höhe von 11,01 ct/kWh. Im Rahmen der festen Einspeisevergütung, dies es für Kleinanlagen auch heute noch gibt, liegt der Fördersatz (bis 10 kWp Leistung) bei 12,2 ct/kWh. Jenseits der 750-kWp-Marke müssen sich die PV-Anlagen für einen Förderanspruch in Ausschreibungen durchsetzen.

Die Belebung der Nachfrage geht nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) insbesondere auf stark gesunkene Photovoltaik-Preise zurück. Sie bleibe aber weiterhin hinter dem klimapolitisch Notwendigen zurück, beklagt der Branchenverband. Die Bundesregierung müsse deshalb bestehende Marktbarrieren und Photovoltaik-Ausbaudeckel beseitigen und die Ausbauziele deutlich heraufsetzen.

Solarbranche: Sonderausschreibung Schritt in die richtige Richtung, aber zu kurz gesprungen

Die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen bis 2020 geplanten Photovoltaik-Sonderausschreibungen von insgesamt vier Gigawatt seien ein Schritt in die richtige Richtung, aber zu kurz gesprungen. Aufgrund des Preisverfalls hätten die im EEG gewährten Marktprämien für die Errichtung neuer Solaranlagen keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Strompreis. Mit Erzeugungskosten von rund fünf Cent sei neu errichtete Solartechnik im Kraftwerksmaßstab inzwischen auch in Deutschland eine der günstigsten Arten der Energieerzeugung geworden. Zum positiven Nutzen der Solarenergie trügen zunehmend auch Solarstromspeicher bei, deren Preise sich innerhalb der letzten vier Jahre halbiert haben. „Solarstromspeicher reduzieren den mit der Energiewende verbundenen Netzausbaubedarf merklich“, sagt BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Insgesamt ist die in Deutschland installierte Photovoltaikleistung inzwischen auf 43,0 GW gestiegen. Damit liegt Deutschland auch international noch weit vorne. Allerdings mutet der Gesamtausbau angesichts eines Solarzubaus von mehr als 50 GW in China allein im Jahr 2017 inzwischen bescheiden an.

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