Solarworld: Abwertung der Vorräte belastet Ergebnis – Marktumfeld trübt sich weiter ein

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Die Solarworld AG hat ihre konzernweite Absatzmenge im dritten Quartal um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 345 (Q3 2015: 328) MW gesteigert. In den ersten drei Quartalen 2016 erhöhte Solarworld damit die Absatzmenge um 31 Prozent auf 1.027 (Vorjahr: 784) MW, wie der Bonner Solarkonzern berichtet. Unter dem Strich stehen aber rote Zahlen. Der Konzernumsatz lag mit 204 Mio. € im dritten Quartal 2016 knapp unter dem Vorjahreswert von 212 Mio. €. Von Januar bis September 2016 steigerte der Konzern den Umsatz um 20 Prozent auf 639 (532) Mio. €. Auf der Ergebnisseite sieht die Situation allerdings nicht gleichermaßen befriedigend aus. „Die globale Preiserosion im dritten Quartal 2016, die durch zunehmendes Dumping chinesischer Hersteller ausgelöst wurde, machte eine Abwertung der Vorräte in Höhe von 13 Mio. € erforderlich“, heißt es seitens Solarworld. Aufgrund der Abwertung sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im 3. Quartal 2016 auf -12 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €). In den ersten drei Quartalen 2016 betrug das EBITDA 7 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich im dritten Quartal auf -25 Mio. € (Vorjahr: -6 Mio. €). In den ersten drei Quartalen summierte sich der operative (EBIT-)Verlust auf -30 Mio. € (Vorjahr: -18 Mio. €). Das negative Marktumfeld habe zu einem Lageraufbau geführt, sodass die liquiden Mittel zum Stichtag 30. September 2016 auf 84 (30. Juni 2016: 148 Mio. €) sanken. Der Konzern habe Maßnahmen ergriffen, seine Produktionsmengen flexibler an die Nachfrage anzupassen, seine Kosten weiter zu senken und somit die Liquidität im vierten Quartal zu verbessern, heißt es weiter. Inwieweit die Marktentwicklung geeignet ist, den Erholungskurs zu unterstützen, bleibt dahingestellt. Der PV-Handelsplatz pvXchange hat kürzlich darauf verwiesen, dass es Anfang Oktober wieder eine Abwärtsbewegung bei den Modulpreisen gegeben habe. Vor allem Projektpreise für Module aus Südostasien unterschritten immer häufiger die 40-Eurocent-Marke, hieß es. Solarworld hatte die Märkte jüngst schon auf die eingetrübten Erwartungen vorbereitet und eine Gewinnwarnung veröffentlicht (EUWID 43/2016). Die früheren Prognose eines Umsatzanstiegs um 20 Prozent gegenüber 2015, als 763 Mio. € erlöst wurden, sei nicht zu halten. Gleiches gelte für das EBIT, für das Solarworld einen Korridor zwischen -10 und +10 Mio. € angesteuert hatte.

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