Solaranlagen in Europa haben in diesem Jahr bei der Stromerzeugung die Marke von 100 TWh bereits am vergangenen Freitag (12.10.2018) überschritten, so früh wie noch nie (2017: 21.11.2017). Das geht aus einer Auswertung der Daten der europäischen Übertragungsnetzbetreiber hervor, die das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) vorgenommen hat.

Auch mit Blick auf das Gesamtjahr steuern die Solaranlagen in Europa 2018 auf einen Rekordwert bei der Erzeugung zu. Nach einer IWR-Prognose wird die Solarstromerzeugung aus Solaranlagen in der EU 2018 etwa 9 Prozent höher ausfallen als 2017.

Deutschland ist Europameister

Im Länder-Ranking der europäischen Solarstromerzeugung 2018 führt aktuell Deutschland mit 38,1 TWh vor Italien mit 15,6 TWh, Spanien mit 10,7 TWh und Großbritannien mit 10,2 TWh. Frankreich rangiert mit 8,6 TWh Solarstrom auf Platz 5, vor Belgien (3,2 TWh) und Griechenland (2,9 TWh).

Nach einer IWR-Hochrechnung wird die Stromerzeugung aus Solarkraftwerken in den EU-Mitgliedsstaaten im Jahr 2018 voraussichtlich auf rund 113 TWh steigen (2017: rd. 104 TWh). Das reicht laut IWR rechnerisch bereits aus, um die beiden Länder Portugal und Griechenland zusammen ein ganzes Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Solarausbau in Europa zieht wieder an

Durch den dynamischen Ausbau hat sich der PV-Sektor in Europa innerhalb weniger Jahre zu einer wichtigen Größe in der Stromversorgung entwickelt. Ende des Jahres 2017 waren in Europa PV-Kapazitäten mit einer Gesamtleistung von über 110 GW installiert. Seit dem Rekordzubau von 22 GW im Jahr 2011 hat der Zubau auf dem europäischen PV-Markt allerdings nachgelassen.

Vom weltweiten Zubau in einer Größenordnung von etwa 98 GW im Jahr 2017 entfallen knapp 7 Prozent auf europäische Länder. Wichtigster Markt im internationalen Vergleich ist 2017 China (rd. 53 GW), vor den USA (10,6 GW), Indien (9,1 GW) und Japan (7 GW). Größter Markt in der EU war 2017 Deutschland mit einer neu installierten Leistung von 1,8 GW vor UK (950 MW), Frankreich (875 MW) und den Niederlanden (850 MW).

Branchenexperten gehen IWR-Angaben zufolge davon aus, dass sich das Wachstum in Europa ab diesem Jahr aufgrund der nationalen Ausbauziele der EU-Länder für regenerative Energien und die gesunkenen Kosten für Solarstrom wieder deutlich beschleunigen wird.

Im Premium-Bereich lesen Sie hierzu auch:

Solarzubau bei zwei Gigawatt – mehr Mieterstrom und Heimspeicher

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein