Solarimo und Rewoge: Größtes Mieterstromprojekt in Brandenburg

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Symbolbild Mieterstrom (Quelle: Solarimo)

Im Rheinsberg entsteht aktuell das größte Mieterstromprojekt in Brandenburg. Die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft (Rewoge) arbeitet bei dem Vorhaben mit dem Mieterstromanbieter Solarimo zusammen. Der Bau konnte jetzt Mitte März trotz Corona-Krise pünktlich starten. Auf insgesamt neun Gebäuden lässt die Rewoge aktuell Solaranlagen installieren, die 350 Wohnungen direkt mit Solarstrom versorgen sollen, teilte der Mieterstromdienstleister mit.

Die mehr als 1.500 Solarmodule sollen im ersten Jahr über 450 MWh Strom erzeugen. Der Solarstrom decke rund 62 Prozent des Energiebedarfs der Gebäude ab und spare auf diesem Weg 230 Tonnen CO2 im Jahr. Für die Rewoge geschehe die Umsetzung des Vorhabens ohne eigene Kosten, da Solarimo Finanzierung, Bau und Installation der Solaranlage übernimmt.

Durch die direkte Solarstromnutzung entfallen im Mieterstrommodell Netzentgelte und Stromsteuer. Die gesetzliche Vorgabe, nach der der Mieterstromtarif mindestens 10 Prozent günstiger sein muss als der Tarif des lokalen Grundversorgers, werde in Rheinsberg sogar übertroffen. Aktuell liege der Mieterstromtarif 15 Prozent unter dem Grundversorgungstarif.

Rewoge will weitere Einheiten mit Mieterstrom-Photovoltaik ausrüsten

Wenn die Sonne nicht scheint, liefert der Mieterstromanbieter nach eigenen Angaben Ökostrom aus Wasserkraft, Solarimo übernimmt neben Installation und Bau der Solaranlagen auch den Stromverkauf an die Mieter. Rewoge-Geschäftsführer Stephan Greiner-Petter plane bereits weitere Projekte für das nächste Jahr, heißt es. Konkret sollen nach einer Dachsanierung ca. 250 kWp Solaranlagen auf weiteren Dächern errichtet werden.

„Das Mieterstromprojekt Rheinsberg ist ein Paradebeispiel dafür, wie Kommunen nachhaltig agieren können, damit auf das Erfordernis von mehr Klimaschutz einzahlen und gleichzeitig ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, günstigen und lebenswerten Wohnraum anzubieten“, sagt Solarimo-Geschäftsführer Daniel Fürstenwerth. Insbesondere im Segment des bezahlbaren Wohnens fielen die Nebenkosten als eine Art „zweite Miete” stark ins Gewicht – ein günstiger Strompreis im Sinne des Mieterstromgesetzes wirke hier langfristig als Strompreisbremse und werde von den Mietern auch angenommen. Auch für kommunale Kindergärten, Feuerwehrgebäude und Schulen sei das Konzept interessant.

Mieterstromdienstleister zahlt Pacht und übernimmt sämtliche Aufgaben

Bei dem Solarimo-Mieterstrommodell, wie es in Rheinsberg umgesetzt wird, stellt der Eigentümer dem Mieterstromanbieter das Dach gegen eine Dachpacht zur Verfügung. Der Mieterstromanbieter übernimmt sämtliche Aufgaben, vom Bau und der Installation der Solaranlage über die Kommunikation mit den Bewohnern bis hin zur Wartung und dem Stromverkauf.

Weitere Hintergründe zum Thema Mieterstrom und Projektbeispiele finden Sie in unserem Dossier:

Mieterstrom: Hemmnisse, Potenziale und Ausblick

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