SmartRegion Pellworm testet Wirtschaftlichkeit von Speichern

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In einer weiteren Projektphase von SmartRegion Pellworm erforscht die HanseWerk AG die Wirtschaftlichkeit der auf der Insel befindlichen Batteriespeicher. Hierzu hat das Unternehmen jetzt die Speicher in das Virtuelle Kraftwerk ihrer Tochtergesellschaft HanseWerk Natur eingebunden, das aus rund 70 dezentralen Blockheizkraftwerken besteht. Während in der ersten Phase von SmartRegion Pellworm die Überprüfung der technischen Machbarkeit im Vordergrund des Forschungsprojekts stand, liegt der Fokus der zweiten Phase des Projekts nun auf der Wirtschaftlichkeit. In dem Projekt kommen verschiedene Speicher zum Einsatz. Dazu zählen die Lithium-Ionen-Batterie „Intensium Max20M“ der Firma Saft Batterien mit einer Speicherkapazität von 560 kWh, einer maximalen Entladeleistung von 1,1 MW und einer Ladeleistung von 560 kW, die sich in rund einer halben Stunde komplett entladen und innerhalb einer Stunde wieder laden lässt. Mit einer Leistung von bis zu 200 kW und einer Speicherkapazität von 1.600 kWh dient zudem eine Redox-Flow-Batterie als Langzeitspeicher im Bereich von Stunden bis Tagen. Hersteller des Modells „Cell-Cube FB 200-1600” ist die Gildemeister energy solutions GmbH. Zusätzlich kommen in der SmartRegion Pellworm auch 38 Elektro-Speicherheizungen mit 195 kW sowie elf Solarstromspeicher mit knapp 80 kW zum Einsatz.

Speicher sollen zunächst Regelenergie bereitstellen

Im Rahmen der aktuellen Projektphase wird die HanseWerk-Gruppe die Forschungsanlagen auf Pellworm zunächst für die Bereitstellung von Regelenergie testen. Als Regelenergie bezeichnet man die Energie, die ein Netzbetreiber benötigt, um unvorhergesehene Leistungsschwankungen im Stromnetz auszugleichen. Es wird zwischen positiver und negativer Regelenergie unterschieden. Übersteigt die eingespeiste Energie die zum selben Zeitpunkt entnommene Energie, benötigt der Netzbetreiber negative Regelenergie. Bei erhöhter Stromnachfrage ist positive Regelenergie erforderlich. Ein Batteriespeicher wie auf Pellworm kann sowohl positive als auch negative Regelenergie bereitstellen.

Arbitragegeschäfte im Day-Ahead- sowie im Intraday-Markt folgen

Für die SmartRegion Pellworm bestehen weitere Aspekte der Wirtschaftlichkeit in der Teilnahme an Arbitragegeschäften im Day-Ahead- sowie im Intraday-Markt, die die HanseWerk-Gruppe perspektivisch testen wird. Denn ein wesentlicher Teil des Börsenhandels mit Strom findet auf dem Day-Ahead-Markt statt, wobei Stromlieferungen für den folgenden Tag (basierend auf aktuellen Verbrauchsprognosen) gehandelt werden. Der Intraday-Handel wiederum findet täglich rund um die Uhr statt. Hier werden kurzfristig anfallende unvorhergesehene Überschüsse verkauft, um anderswo kurzfristige Engpässe auszugleichen. Bis zu 30 Minuten vor Lieferbeginn ist dies möglich. Mit diesem Instrument lässt sich der Bedarf für Regelenergie reduzieren, so dass sich Kosten sparen lassen. Ziel ist es, zu überprüfen, unter welchen Bedingungen beziehungsweise mit welchen Geschäftsmodellen ein wirtschaftlicher Betrieb solcher Speicher möglich ist.

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